Biowissenschaften im Fernstudium

Ein Fernstudium in den Biowissenschaften ist seltener als in Wirtschaft oder IT, weil Biologie, Mikrobiologie und Molekularbiologie viel Laborpraxis verlangen. Akademische Angebote richten sich daher oft an Berufstätige mit Laborerfahrung oder kombinieren Fernlehre mit Präsenzpraktika. Daneben gibt es zahlreiche Fernlehrgänge mit Zertifikat, vor allem rund um Tiere, etwa Tierpsychologie, Hundepsychologie oder Tierhomöopathie.

Unten finden Sie alle Fächer dieses Bereichs mit einer kurzen Beschreibung und dem Link zur ausführlichen Seite. Dort lesen Sie jeweils, welcher Abschluss möglich ist und welche Alternativen passen.

1. Biologie

Die Biologie ist die Wissenschaft des Lebens und bildet die Grundlage für viele andere Zweige der Biowissenschaften. Sie befasst sich mit der Untersuchung von Lebewesen, ihren Strukturen, Funktionen und Wechselwirkungen.

2. Biomedizin

Die Biomedizin verbindet biologische und medizinische Forschung, um Krankheiten zu verstehen, zu diagnostizieren und zu behandeln. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung neuer Therapien und Medikamente.

3. Ernährungswissenschaften

Ernährungswissenschaftler untersuchen die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gesundheit und Krankheit. Sie entwickeln Ernährungsempfehlungen und arbeiten in der Lebensmittelindustrie, Forschung und Beratung.

4. Molekularbiologie

Die Molekularbiologie erforscht die Struktur und Funktion von Molekülen in lebenden Organismen, insbesondere DNA, RNA und Proteine. Sie ist die Grundlage für viele biotechnologische Anwendungen.

5. Mikrobiologie

Mikrobiologen untersuchen Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Pilze. Sie spielen eine wichtige Rolle in der medizinischen Forschung, Biotechnologie und Umweltwissenschaft.

6. Meeresbiologie

Die Meeresbiologie befasst sich mit dem Leben in den Ozeanen und anderen marinen Ökosystemen. Sie untersucht die Vielfalt, Ökologie und Evolution von Meeresorganismen.

7. Botanik

Botaniker studieren Pflanzen, ihre Strukturen, Funktionen und Wechselwirkungen mit der Umwelt. Sie arbeiten in der Forschung, im Naturschutz und in der Landwirtschaft.

8. Naturschutz

Der Naturschutz zielt darauf ab, die biologische Vielfalt zu erhalten und gefährdete Arten und Ökosysteme zu schützen. Er verbindet ökologische, soziale und ökonomische Aspekte.

9. Tierpsychologie

Tierpsychologen untersuchen das Verhalten und die kognitiven Fähigkeiten von Tieren. Sie arbeiten in der Forschung, im Tierschutz und in der Verhaltenstherapie.

10. Hundepsychologie

Die Hundepsychologie ist ein Teilgebiet der Tierpsychologie, das sich speziell mit dem Verhalten und der Kognition von Hunden befasst. Sie spielt eine wichtige Rolle in der Hundeausbildung und -therapie.

11. Tierpfleger

Tierpfleger kümmern sich um das Wohlergehen von Tieren in Zoos, Tierheimen und anderen Einrichtungen. Sie sorgen für Fütterung, Pflege und Beschäftigung der Tiere.

12. Tierhomöopathie

Die Tierhomöopathie ist eine alternative Heilmethode, die homöopathische Arzneimittel zur Behandlung von Tieren einsetzt. Sie wird oft ergänzend zur konventionellen Tiermedizin angewendet.

13. Hundetrainer

Hundetrainer sind Experten für die Erziehung, Ausbildung und Verhaltensmodifikation von Hunden. Sie arbeiten mit Hunden und ihren Besitzern, um eine harmonische Mensch-Hund-Beziehung zu fördern und Verhaltensprobleme zu lösen. Hundetrainer vermitteln Hundehaltern Wissen über Hundeverhalten, Kommunikation und artgerechte Haltung.

Studium, Fernlehrgang oder Ausbildung: die Unterschiede

  • Hochschulstudium: Bachelor und Master führen zu einem akademischen Grad und umfassen in den Naturwissenschaften Laborpraktika. Ein Beispiel für ein berufsbegleitendes Modell ist das Fernstudium Biologie von Springer Campus: Laut Eintrag der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht setzt es eine „Berufsausbildung als Laborant oder Technischer Assistent“ voraus und dauert 48 Monate. In der Ernährungswissenschaft gibt es dagegen Bachelorstudiengänge privater Fernhochschulen ohne Laborvoraussetzung.
  • Fernlehrgang mit Zertifikat: Tierpsychologie, Hundepsychologie und Tierhomöopathie sind keine geschützten Berufe. Die Lehrgänge enden mit einer institutsinternen Prüfung. Achten Sie darauf, dass der Lehrgang staatlich zugelassen ist: Nach § 12 Fernunterrichtsschutzgesetz gilt: „Fernlehrgänge bedürfen der Zulassung.“
  • Ausbildungsberuf: Tierpfleger ist ein dualer Ausbildungsberuf. Die Ausbildungsverordnung legt fest: „Die Ausbildung dauert drei Jahre.“ Ein Fernkurs ersetzt diesen Abschluss nicht.

Erlaubnis für die Arbeit mit Hunden

Wer gewerbsmäßig mit Hunden arbeitet, braucht unabhängig vom Kurs eine behördliche Erlaubnis. Nach § 11 Abs. 1 Nr. 8 f Tierschutzgesetz benötigt sie, wer „für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten will“. Die Sachkunde prüft das zuständige Veterinäramt. Ein Fernlehrgang in Hundepsychologie oder als Hundetrainer kann darauf vorbereiten, ersetzt die Erlaubnis aber nicht.

Wie wählen Sie das passende Fach?

  • Berufsziel Labor und Forschung: Biologie, Molekularbiologie, Mikrobiologie oder Biomedizin. Prüfen Sie, wie viele Präsenzpraktika anfallen und ob Ihre Vorbildung anerkannt wird.
  • Berufsziel Ernährung und Gesundheit: Ernährungswissenschaften, mit klarer Unterscheidung zwischen Bachelorstudium und Zertifikatskurs zum Ernährungsberater.
  • Berufsziel Natur und Umwelt: Naturschutz, Botanik oder Meeresbiologie. Hier gibt es im Fernstudium vor allem Weiterbildungen und Zertifikate, kaum vollständige Studiengänge.
  • Berufsziel Arbeit mit Tieren: Tierpfleger als Ausbildung, Hundetrainer mit Erlaubnis nach Tierschutzgesetz, Tierpsychologie und Tierhomöopathie als Zertifikatslehrgang.