Ein Fernstudium Ernährungswissenschaften führt zum Bachelor of Science mit 180 ECTS-Punkten. Mehrere staatlich anerkannte private Fernhochschulen bieten den Studiengang berufsbegleitend an, je nach Zeitmodell in 36, 48 oder 72 Monaten und laut Anbietern ab rund 200 bis 260 Euro im Monat. Ein Studienstart ist meist jederzeit möglich, einen NC gibt es nicht.
Ohne Abitur öffnet eine Berufsausbildung mit Berufserfahrung oder eine Aufstiegsfortbildung den Zugang. Ernährungsmedizin ist dagegen kein eigener Fernstudiengang, sondern eine Zusatz-Weiterbildung für Ärztinnen und Ärzte.


Was lernt man im Fernstudium Ernährungswissenschaften?
Ernährungswissenschaften untersuchen, wie Lebensmittel zusammengesetzt sind, wie der Körper Nährstoffe verarbeitet und wie Ernährung Gesundheit und Krankheit beeinflusst. Das Fernstudium verbindet dafür Naturwissenschaften mit Beratung und Management. Typische Module eines Bachelors sind zum Beispiel:
- Einführung in die Ernährungswissenschaft und Lebensmittelkunde
- Ernährungsphysiologie und Biochemie der Ernährung
- Lebensmittelchemie und Lebensmittelrecht
- Ernährung in verschiedenen Lebensphasen (Life Cycle Nutrition) und Ernährungskonzepte
- Ernährungsberatung, Kommunikation und Prävention
- Betriebswirtschaft und Qualitätsmanagement in der Ernährungsbranche
Gelernt wird mit Studienheften, Online-Campus, Webinaren und Einsendeaufgaben; Prüfungen finden je nach Hochschule online oder in Prüfungszentren statt. Breiter angelegt als die reine Ernährungswissenschaft ist das Ökotrophologie-Studium, das Ernährung mit Haushalts- und Wirtschaftswissenschaften verbindet.
Welche Bachelor-Fernstudiengänge gibt es?
Die folgenden Studiengänge führen alle zum Bachelor of Science mit 180 ECTS. Dauer und Gebühren stammen von den Hochschulen und hängen vom gewählten Zeitmodell und aktuellen Rabatten ab:
- AKAD University: 36 bis 72 Monate, Studiengebühr ab 201 Euro im Monat
- IU Internationale Hochschule: 36, 48 oder 72 Monate, ab 235 Euro im Monat
- APOLLON Hochschule: 36 oder 48 Monate, ab 249 Euro im Monat inklusive Rabatt
- Europäische Fernhochschule Hamburg (Euro-FH): 36 oder 48 Monate, ab 259 Euro im Monat, kostenlose Verlängerung um 18 beziehungsweise 24 Monate
- Hochschule Fresenius: 36, 48 oder 72 Monate, regulär 395 Euro (36 Monate) oder 349 Euro (48 Monate) im Monat
Unterschiede liegen vor allem in den Schwerpunkten (Beratung, Gesundheitsmanagement, Lebensmittelwirtschaft), im Anteil an Präsenz- oder Online-Seminaren und in den Prüfungsformen.
Gibt es einen Master oder Weiterbildungen in Ernährungswissenschaften?
Ein Master baut auf einem ersten Hochschulabschluss auf. Nach der Musterrechtsverordnung der Kultusministerkonferenz ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss die Zugangsvoraussetzung, weiterbildende Master verlangen zusätzlich in der Regel mindestens ein Jahr Berufserfahrung. Im Fernstudium sind Master mit ernährungswissenschaftlichem Schwerpunkt deutlich seltener als Bachelorstudiengänge.
Wer keinen akademischen Grad braucht, findet Fernlehrgänge zum Ernährungsberater oder Ernährungscoach. Sie dauern meist Monate statt Jahre und enden mit einem Zertifikat des Anbieters, nicht mit einem Hochschulabschluss.
Was ist Ernährungsmedizin im Fernstudium?
Ernährungsmedizin ist eine ärztliche Zusatzqualifikation. Laut dem (Muster-)Kursbuch Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer besteht die Zusatz-Weiterbildung „Ernährungsmedizin“ aus 100 Stunden Kurs und 120 Stunden Fallseminaren. Von den 100 Kursstunden dürfen höchstens 20 als E-Learning absolviert werden; am Ende steht eine Prüfung vor der Ärztekammer. Ein reines Fernstudium Ernährungsmedizin für Nicht-Mediziner gibt es deshalb nicht; für sie ist der Bachelor Ernährungswissenschaften der passende akademische Weg.
Welche Voraussetzungen gelten für das Fernstudium?
Für den Bachelor reicht in der Regel die allgemeine Hochschulreife, die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Ohne Abitur gilt der KMK-Beschluss zum Hochschulzugang beruflich Qualifizierter: Meister und Absolventen gleichwertiger Fortbildungen erhalten eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung, mit einer mindestens zweijährigen Ausbildung und mehrjähriger Berufspraxis ist ein fachgebundenes Studium möglich. Die Details regelt das Land, in dem die Hochschule ihren Sitz hat. Die Hochschule Fresenius nennt zum Beispiel eine mindestens zweijährige Berufsausbildung und mindestens zwei Jahre einschlägige Berufserfahrung.
Fachliche Vorkenntnisse sind nicht nötig. Wer Chemie und Biologie länger nicht hatte, sollte für die naturwissenschaftlichen Grundlagenmodule aber zusätzliche Lernzeit einplanen.
Wie lange dauert ein Fernstudium Ernährungswissenschaften?
Die Regelstudienzeit liegt bei 36 Monaten in Vollzeit; berufsbegleitend wählen die meisten Studierenden 48 oder 72 Monate. Ein ECTS-Punkt entspricht nach der Musterrechtsverordnung 25 bis 30 Arbeitsstunden, 180 ECTS bedeuten also insgesamt 4.500 bis 5.400 Stunden. Im 48-Monats-Modell sind das rund 22 bis 26 Stunden pro Woche, im 72-Monats-Modell rund 14 bis 17 Stunden. Die Anrechnung einer passenden Ausbildung kann das Studium verkürzen.
Was kostet ein Fernstudium Ernährungswissenschaften?
Die Gesamtkosten für den Bachelor liegen je nach Anbieter und Zeitmodell bei rund 7.000 bis 14.000 Euro. Ein Rechenbeispiel: 201 Euro über 36 Monate ergeben 7.236 Euro, 395 Euro über 36 Monate 14.220 Euro. Bei längeren Zeitmodellen sinkt die Monatsrate, die Gesamtsumme bleibt ähnlich oder steigt.
Hinzu kommen je nach Hochschule Prüfungs- oder Abschlussgebühren, Fahrten zu Präsenzseminaren und Prüfungszentren sowie Fachliteratur. Nach § 9 Abs. 6 EStG zählen die Studienkosten als Werbungskosten, wenn bereits eine Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen ist. Viele Fernhochschulen bieten außerdem eine kostenlose Testphase von vier Wochen an.
Welche Berufe stehen nach dem Studium offen?
Absolventinnen und Absolventen arbeiten in der Ernährungsberatung und Prävention, in der Lebensmittelindustrie (Produktentwicklung, Qualitätssicherung, Lebensmittelrecht), in der Gemeinschaftsverpflegung, bei Krankenkassen, im Verbraucherschutz sowie in Fachjournalismus und Wissenschaftskommunikation. Viele Studierende sind bereits in einem Gesundheits- oder Lebensmittelberuf tätig und nutzen den Bachelor für den Aufstieg in Fach- und Leitungsaufgaben.
Diagnose und Therapie von Krankheiten bleiben Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Ernährungstherapie auf ärztliche Verordnung übernehmen in Kliniken und Praxen typischerweise Diätassistenten und Fachkräfte mit entsprechender Zusatzqualifikation.
Häufige Fragen zum Fernstudium Ernährungswissenschaften
Kann man Ernährungswissenschaften online studieren?
Ja. Der Bachelor Ernährungswissenschaften wird von mehreren Fernhochschulen überwiegend online angeboten, mit Studienheften, Online-Campus und Webinaren. Präsenzanteile beschränken sich je nach Hochschule auf einzelne Seminare und Prüfungen.
Ist ein Fernstudium Ernährungswissenschaften staatlich anerkannt?
Der Bachelor of Science einer staatlich anerkannten Hochschule ist einem Abschluss an einer staatlichen Hochschule gleichwertig. Vor der Einschreibung lohnt ein Blick auf die Akkreditierung des Studiengangs; die Euro-FH nennt zum Beispiel die Akkreditierung über den Akkreditierungsrat und eine staatliche Zulassungsnummer.
Kann man Ernährungswissenschaften ohne Abitur studieren?
Ja, mit einer beruflichen Qualifikation. Meister und Inhaber gleichwertiger Fortbildungen können ohne weitere Prüfung studieren, mit Ausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung ist ein fachgebundenes Studium möglich.

