Ein Hundepsychologie-Fernstudium ist in Deutschland ein Fernlehrgang mit Zertifikat oder Abschlusszeugnis der Fernschule, kein Hochschulstudium. Die Kurse dauern je nach Umfang 12 bis 24 Monate. Bei der Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) sind für Hundekurse Gesamtkosten zwischen 2.930 und 6.366 Euro hinterlegt. Wer Hunde später gewerbsmäßig für andere ausbilden oder Halter im Training anleiten will, braucht zusätzlich eine Erlaubnis des Veterinäramts, ähnlich wie nach einer Hundetrainer-Ausbildung.
Die Fernkurse vermitteln Verhaltensbiologie, Lerntheorie und Verhaltenstherapie beim Hund und bereiten auf die Arbeit als Verhaltensberater, Hundetrainer oder in einer eigenen Hundeschule vor.


Kann man Hundepsychologie studieren?
Ein Bachelor- oder Masterstudiengang Hundepsychologie wird an deutschen Hochschulen nicht angeboten. Wer „Hundepsychologie studieren“ sucht, landet bei Fernlehrgängen privater Fernschulen, die mit einer institutsinternen Prüfung und einem Zertifikat enden. Akademisch führt der Weg zur Verhaltenskunde über ein Studium der Biologie oder Tiermedizin, das deutlich länger dauert und eine Hochschulzugangsberechtigung verlangt.
Die Berufsbezeichnung Hundepsychologe ist gesetzlich nicht geschützt. Die Qualität eines Fernkurses zeigt deshalb vor allem die staatliche Zulassung: Nach § 12 Fernunterrichtsschutzgesetz gilt: „Fernlehrgänge bedürfen der Zulassung.“ Jeder zugelassene Kurs trägt eine Zulassungsnummer, die sich in der Lehrgangssuche der ZFU nachschlagen lässt.
Was lernen Sie im Hundepsychologie-Fernkurs?
Ein Hundepsychologie-Fernkurs erklärt, warum Hunde sich verhalten, wie sie es tun, und wie sich Problemverhalten ändern lässt. Die ZFU-Beschreibung des Lehrgangs „Hundewissenschaften“ der ATN Akademie nennt folgende Inhalte:
- Ethologie des Hundes, Lernen und Erziehen, Rassenkunde und Entwicklung vom Welpen zum erwachsenen Hund
- Haltungsfragen, Ernährung, Gesundheit und Genetik
- Hundetraining im Alltag und Hundesport
- Verhaltensstörungen und Verhaltenstherapie
- Kommunikation mit Kunden und Aufbau einer Hundeschule
Die ersten drei Blöcke liefern das Grundwissen über den Hund, die letzten beiden machen daraus eine berufliche Tätigkeit. Ein reiner Hundetrainer-Kurs legt mehr Gewicht auf Trainingspraxis und Gruppenkurse, ein Hundepsychologie-Kurs mehr auf Verhaltensanalyse und Beratung bei Angst, Aggression oder Unsauberkeit.
Welche Fernkurse gibt es im Vergleich?
Die folgenden Fernlehrgänge decken Hundepsychologie, Hundetraining oder Tierpsychologie mit Schwerpunkt Hund ab. Die Angaben stammen aus der ZFU-Datenbank oder von den Anbietern selbst:
| Lehrgang | Dauer | Lernaufwand | Kosten | Abschluss |
|---|---|---|---|---|
| ATN Akademie: Hundewissenschaften | 20 Monate | 13 Std./Woche | 2.930 € (20 Raten à 146 €) | institutsinterne Prüfung |
| ATN Akademie: Hundetrainer/in | 24 Monate | 15 Std./Woche plus 10 zweitägige Praxisseminare | 6.366 € (24 Raten à 265 €) | institutsinterne Prüfung |
| SGD: Hundetrainer/in | 12 Monate, bis 18 Monate kostenlos verlängerbar | ca. 11 Std./Woche | Preis auf Anfrage | SGD-Zertifikat nach 9 Online-Veranstaltungen und Online-Prüfung |
| ILS: Tierpsychologie (Hund, Katze, Pferd) | 12 Monate, plus 6 Monate kostenlos | ca. 7 Std./Woche | Preis auf Anfrage | ILS-Abschlusszeugnis |
Der ATN-Kurs Hundewissenschaften passt, wenn Sie Verhalten und Beratung in den Mittelpunkt stellen und die Praxisseminare frei wählen wollen. Der ATN-Hundetrainer-Lehrgang kostet mehr als doppelt so viel, enthält aber verpflichtende Praxiswochenenden. Der ILS-Kurs Tierpsychologie verteilt die Lernzeit auf Hund, Katze und Pferd und eignet sich deshalb, wenn Sie nicht nur mit Hunden arbeiten wollen.
Welche Voraussetzungen gelten?
Eine gesetzliche Zugangsvoraussetzung für den Fernkurs gibt es nicht, die Anbieter legen sie selbst fest. Die ATN Akademie setzt laut ZFU-Eintrag zum Lehrgang Hundewissenschaften die mittlere Reife voraus und wünscht Erfahrung als Halter, Züchter oder Trainer.
Für die spätere Arbeit gilt eine zweite, gesetzliche Voraussetzung. Laut § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 Buchst. f Tierschutzgesetz braucht eine Erlaubnis, wer gewerbsmäßig „für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten will“. Die Erlaubnis erteilt das zuständige Veterinäramt, das dafür die Sachkunde prüft, etwa in einem Fachgespräch. Das Zertifikat eines Fernkurses ersetzt diese Erlaubnis nicht, hilft aber bei der Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung.
Was kostet die Ausbildung zum Hundepsychologen?
Ein Hundepsychologie-Fernkurs kostet laut ZFU-Datenbank zwischen 2.930 Euro (ATN Hundewissenschaften) und 6.366 Euro (ATN Hundetrainer/in mit Praxisseminaren). Die Fernschulen verteilen den Preis auf monatliche Raten über die Kursdauer. Bei SGD und ILS nennen die Anbieter den Preis erst mit dem Infomaterial.
Für die Finanzierung kommen zwei Wege in Frage:
- Bildungsgutschein: Die Agentur für Arbeit übernimmt die Kosten nur, wenn Arbeitslosigkeit besteht oder droht und Träger und Kurs für die Förderung zugelassen sind.
- Ratenzahlung und Steuer: Wer den Kurs für eine berufliche Tätigkeit belegt, setzt die Kosten als Werbungskosten oder Betriebsausgaben an.
Aufstiegs-BAföG fördert Hundepsychologie-Kurse nicht, weil es nur auf öffentlich-rechtliche Fortbildungsabschlüsse wie Meister, Fachwirt oder Techniker vorbereitet. Kündigen lässt sich ein Fernunterrichtsvertrag nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz erstmals zum Ende des ersten Halbjahres mit sechs Wochen Frist.
Wie lange dauert ein Fernkurs in Hundepsychologie?
Ein Fernkurs in Hundepsychologie dauert 12 bis 24 Monate bei 7 bis 15 Stunden Lernzeit pro Woche. Der Umfang entscheidet: Der ILS-Kurs Tierpsychologie plant 12 Monate mit rund 7 Stunden pro Woche, der ATN-Hundetrainer-Lehrgang 24 Monate mit 15 Stunden pro Woche und 1.548 Stunden Selbststudium.
Berufstätige verlängern die Laufzeit ohne Aufpreis: SGD lässt bis zu 18 Monate zu, ILS gibt 6 Monate dazu. Praxisseminare an Wochenenden verlängern die Planung zusätzlich, weil sie an festen Terminen und Orten stattfinden.
Wo arbeiten Hundepsychologen und was verdienen sie?
Hundepsychologen arbeiten überwiegend selbstständig mit Einzelberatung bei Verhaltensproblemen, Gruppenkursen oder einer eigenen Hundeschule. Angestellte Stellen gibt es in Hundeschulen, Tierheimen und Tierpensionen.
Für das Einkommen gibt es keine amtliche Statistik, weil Hundepsychologe kein anerkannter Ausbildungsberuf ist. Selbstständige bestimmen ihren Verdienst über Stundensatz, Auslastung und Einzugsgebiet. Eine Verhaltensberatung mit Hausbesuch rechnet sich anders als ein Gruppenkurs mit acht Teams.
Wer neben Hunden auch Katzen oder Pferde beraten will, findet in einer Tierpsychologie-Ausbildung im Fernstudium den breiteren Ansatz.
Für wen passt ein Hundepsychologie-Fernstudium?
Ein Hundepsychologie-Fernstudium passt, wenn Sie bereits mit Hunden arbeiten oder eine Hundeschule planen und das Lernen neben dem Beruf auf 12 bis 24 Monate verteilen wollen. Praxis holen Sie sich dann über Seminare, Hospitationen in Hundeschulen oder den eigenen Hund.
Ein Hundepsychologie-Fernstudium passt nicht, wenn Sie einen akademischen Abschluss oder einen staatlich anerkannten Beruf suchen. Dafür führt der Weg über ein Studium der Biologie oder Tiermedizin oder über eine duale Ausbildung, etwa zum Tierpfleger.
Häufige Fragen zum Hundepsychologie-Fernstudium
Ist Hundepsychologe ein geschützter Beruf?
Nein. Die Bezeichnung Hundepsychologe ist nicht gesetzlich geschützt. Wer gewerbsmäßig Hunde für andere ausbildet oder Halter anleitet, braucht aber eine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz vom Veterinäramt.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Hundepsychologen?
Die Fernkurse dauern 12 bis 24 Monate. SGD und ILS verlängern die Laufzeit kostenlos um 6 Monate.
Was kostet ein Hundepsychologie-Fernkurs?
In der ZFU-Datenbank sind für Hundekurse der ATN Akademie 2.930 bis 6.366 Euro hinterlegt. Andere Anbieter nennen ihren Preis mit dem Infomaterial.
Kann man Hundepsychologie online lernen?
Ja. Die Fernkurse laufen über Lernhefte und Online-Plattformen, ergänzt durch Online-Veranstaltungen oder freiwillige Praxisseminare.

