Steuerberater Fernstudium 2026: Zulassung, Prüfung & Kosten

 Autorin: Natascha Petrow | Gutachter: Sven Schmidt | Mitwirkender: Marcel Söder | Redakteurin: Petra Klein


Ein Fernstudium zum Steuerberater gibt es nicht als direkten Weg: Steuerberater wird nur, wer die staatliche Steuerberaterprüfung bei der Steuerberaterkammer besteht. Ein Fernstudium hilft auf zwei Stufen. Ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Bachelor- oder Masterstudium im Fernstudium erfüllt die akademische Zulassungsvoraussetzung, und ein Fernlehrgang zur Prüfungsvorbereitung bereitet Berufstätige auf die Klausuren und die mündliche Prüfung vor.

Zur Prüfung zugelassen wird nach dem Studium erst nach zwei bis drei Jahren Praxis im Steuerbereich, ohne Studium nach einer kaufmännischen Ausbildung und acht Jahren Praxis. Mit dem Steuerfachwirt oder dem Bilanzbuchhalter verkürzt sich die Praxiszeit auf sechs Jahre.

Kann man per Fernstudium Steuerberater werden?

Ja, aber nur in Kombination mit Berufspraxis und der Steuerberaterprüfung. Das Fernstudium ersetzt weder die Praxisjahre noch die Prüfung. Typische Wege sind:

  • Bachelor im Fernstudium, zum Beispiel in Betriebswirtschaft, Steuerrecht oder Wirtschaftsrecht mit Steuerschwerpunkt, danach drei Jahre Praxis bei weniger als vier Jahren Regelstudienzeit
  • Bachelor plus Master im Fernstudium, zum Beispiel ein Master Taxation, danach zwei Jahre Praxis, weil sich die Regelstudienzeiten beider Studiengänge addieren
  • Ausbildung als Steuerfachangestellte, Weiterbildung zum Steuerfachwirt im Fernlehrgang, danach sechs Jahre Praxis seit der Ausbildung

Für alle Wege bereitet ein Vorbereitungslehrgang im Fernformat auf die Prüfung vor, oft ergänzt durch Klausurenkurse.

Ein professioneller Steuerberater in Business-Kleidung arbeitet konzentriert an einem modernen Schreibtisch mit Doppelbildschirmen, Steuersoftware und organisierten Unterlagen in einem lichtdurchfluteten, zeitgenössischen Büro mit Qualifikationsurkunden an der Wand.

Welche Voraussetzungen gelten für die Steuerberaterprüfung?

Die Voraussetzungen für die Zulassung regelt § 36 des Steuerberatungsgesetzes. Zugelassen wird, wer ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Hochschulstudium „erfolgreich abgeschlossen hat und 2. danach praktisch tätig gewesen ist“. Die Praxiszeit hängt von der Studiendauer ab:

VorbildungErforderliche Praxis nach dem Abschluss
Hochschulstudium mit Regelstudienzeit unter vier Jahren, z.B. Bachelor mit 6 oder 7 Semesternmindestens drei Jahre
Hochschulstudium mit mindestens vier Jahren Regelstudienzeit, z.B. Bachelor plus Mastermindestens zwei Jahre
Kaufmännische Ausbildung, z.B. Steuerfachangestellteacht Jahre
Kaufmännische Ausbildung plus Prüfung zum Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhaltersechs Jahre
Gehobener Dienst der Finanzverwaltungsechs Jahre als Sachbearbeiter

Die Praxis muss mindestens 16 Wochenstunden umfassen und sich auf die Steuern beziehen, die Bundes- oder Landesfinanzbehörden verwalten. Teilzeit ist damit möglich, solange diese Grenze erreicht wird. Für Studierende im berufsbegleitenden Fernstudium zählt die Praxis allerdings erst ab dem ersten berufsqualifizierenden Abschluss.

Welche Fernstudiengänge und Lehrgänge gibt es für angehende Steuerberater?

Für angehende Steuerberater gibt es Fernstudiengänge mit akademischem Abschluss und Fernlehrgänge zur Prüfungsvorbereitung. Die folgenden Fernhochschulen bieten passende Studiengänge, etwa in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Steuern und Rechnungswesen:

Bachelor und Master mit Steuerschwerpunkt

Ein Bachelor im Fernstudium erfüllt die Zulassungsvoraussetzung, wenn er wirtschafts- oder rechtswissenschaftlich ausgerichtet ist. Das trifft auf Betriebswirtschaft, Wirtschaftsrecht und Steuerrecht zu. Ein Studium mit Schwerpunkt Steuern hat den Vorteil, dass Inhalte wie Ertragsteuern, Umsatzsteuer und Abgabenordnung schon im Studium auf die Prüfungsgebiete einzahlen. Masterstudiengänge in Taxation oder Steuerrecht vertiefen diese Gebiete und verkürzen über die längere Gesamtstudienzeit die nötige Praxis auf zwei Jahre.

Vorbereitungslehrgänge auf die Steuerberaterprüfung

Vorbereitungslehrgänge auf die Steuerberaterprüfung richten sich an Bewerber, die die Zulassungsvoraussetzungen schon erfüllen oder kurz davor stehen. Fernlehrgänge laufen meist 12 bis 24 Monate neben dem Beruf und kombinieren Lernskripte, Online-Vorlesungen und Übungsklausuren. Viele Teilnehmer ergänzen den Fernlehrgang in den Monaten vor der Prüfung durch einen Vollzeit- oder Klausurenkurs.

Steuerfachwirt als Zwischenstufe

Wer ohne Studium Steuerberater werden möchte, nutzt den Steuerfachwirt im Fernlehrgang als Zwischenstufe. Der Steuerfachwirt verkürzt die Praxiszeit für die Steuerberaterprüfung von acht auf sechs Jahre und ist selbst schon eine anerkannte Fortbildung in Steuerkanzleien.

Wie läuft die Steuerberaterprüfung ab?

Die Steuerberaterprüfung besteht nach § 37 StBerG aus einem „schriftlichen Teil aus drei Aufsichtsarbeiten und eine mündliche Prüfung“. Die drei Klausuren finden bundesweit einheitlich an aufeinanderfolgenden Tagen im Herbst statt, die mündliche Prüfung folgt im Frühjahr. Prüfungsgebiete sind unter anderem:

  • Steuerliches Verfahrensrecht sowie Steuerstraf- und Ordnungswidrigkeitenrecht
  • Steuern vom Einkommen und Ertrag, also Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer
  • Bewertungsrecht, Erbschaftsteuer und Grundsteuer
  • Umsatzsteuer und weitere Verkehrsteuern, Grundzüge des Zollrechts
  • Handels-, Gesellschafts- und Insolvenzrecht in Grundzügen, Betriebswirtschaft und Rechnungswesen

Die Steuerberaterprüfung gilt als eine der anspruchsvollsten Berufsprüfungen in Deutschland. Deshalb planen die meisten Kandidaten ein bis zwei Jahre gezielte Vorbereitung ein, auch wenn sie bereits Jahre in der Steuerberatung arbeiten.

Was kostet der Weg zum Steuerberater im Fernstudium?

Der Weg zum Steuerberater kostet je nach Route mehrere Tausend bis mehr als 20.000 Euro. Die Kosten verteilen sich auf drei Posten:

  • Studium: Ein Bachelor kostet an privaten Fernhochschulen oft fünfstellige Beträge, an der FernUniversität in Hagen deutlich weniger.
  • Vorbereitungslehrgang: Die Anbieter nennen ihre Preise im Infomaterial, Fernlehrgänge sind meist günstiger als Vollzeitkurse vor Ort.
  • Prüfungsgebühren: Das Steuerberatungsgesetz sieht 200 Euro für den Antrag auf Zulassung und 1.000 Euro für die Prüfung vor, eine Gebührenordnung der Kammer kann davon abweichende Beträge festlegen.

Die Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung ist über das Aufstiegs-BAföG förderfähig, ebenso der Steuerfachwirt. Viele Steuerkanzleien beteiligen sich zusätzlich an Lehrgangskosten und gewähren Lernurlaub vor der Prüfung.

Wie lange dauert der Weg zum Steuerberater?

Der Weg zum Steuerberater dauert mit Studium meist sechs bis acht Jahre: drei bis vier Jahre Bachelor im Fernstudium, zwei bis drei Jahre Praxis und rund ein Jahr Prüfungsverfahren von den Klausuren bis zur mündlichen Prüfung. Wer berufsbegleitend studiert, sammelt die Praxis zwar parallel, angerechnet wird sie aber erst nach dem Abschluss.

Ohne Studium dauert der Weg länger: drei Jahre Ausbildung als Steuerfachangestellte, danach acht Jahre Praxis oder sechs Jahre mit Steuerfachwirt, dann die Prüfung.

Für wen eignet sich ein Fernstudium auf dem Weg zum Steuerberater?

Ein Fernstudium auf dem Weg zum Steuerberater passt zu Steuerfachangestellten, Buchhaltern und Quereinsteigern aus der Finanzverwaltung, die neben dem Job studieren und die Praxiszeit für die Prüfung verkürzen möchten. Ein Bachelor mit Steuerschwerpunkt passt, wenn der akademische Abschluss auch für spätere Stellen ohne Steuerberatertitel zählen soll.

Ein Fernstudium passt nicht, wenn die Zulassungsvoraussetzungen schon erfüllt sind. Dann führt ein Vorbereitungslehrgang schneller zur Prüfung. Auch wer nur Steuererklärungen für Privatpersonen erstellen möchte, ist mit dem Steuerfachangestellten oder dem Steuerfachwirt besser beraten als mit dem langen Weg zum Steuerberater.

Kann man Steuerberater ohne Studium werden?

Ja. Nach einer kaufmännischen Ausbildung wird zur Steuerberaterprüfung zugelassen, wer acht Jahre praktisch im Steuerbereich tätig war, mit bestandenem Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter sechs Jahre.

Wie lange dauert ein Fernstudium zum Steuerberater?

Ein Bachelor im Fernstudium dauert meist drei bis vier Jahre, ein Vorbereitungslehrgang auf die Steuerberaterprüfung 12 bis 24 Monate. Hinzu kommen zwei bis drei Jahre Praxis nach dem Studium.

Welches Fernstudium ist für Steuerberater geeignet?

Geeignet ist jedes wirtschafts- oder rechtswissenschaftliche Hochschulstudium, zum Beispiel Betriebswirtschaft, Wirtschaftsrecht oder Steuerrecht. Ein Steuerschwerpunkt erleichtert die spätere Prüfungsvorbereitung.

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Natascha Petrow

Natascha Petrow

Autorin

Natascha Petrow, erfahrene Lehrerin und Expertin für digitale Bildung, leitet Fernstudium Informaterial. Mit umfassendem Wissen aus ihrer langjährigen pädagogischen Tätigkeit und inspiriert durch die Herausforderungen der Corona-Krise, widmet sie sich der Aufklärung über Fernstudien und Online-Lernen. Ihre fundierten Einblicke und praktischen Tipps bieten wertvolle Orientierung für alle, die effektive und qualitativ hochwertige Fernkurse suchen.