Ein Fernstudium läuft in vier Schritten ab: Sie schreiben sich ein, erhalten Studienmaterial und Zugang zum Online-Campus, bearbeiten die Module im eigenen Tempo und legen Prüfungen ab, bis Sie mit der Abschlussarbeit fertig sind. Der Fernstudium Ablauf unterscheidet sich vom Präsenzstudium vor allem darin, dass Sie den Großteil selbst organisieren.


Was ist ein Fernstudium?
Beim Fernstudium lernen Sie räumlich getrennt von der Hochschule. Statt regelmäßiger Vorlesungen vor Ort arbeiten Sie mit Studienbriefen, Lernvideos und Online-Seminaren. Staatlich anerkannte Hochschulen vergeben im Fernstudium dieselben Abschlüsse wie im Präsenzstudium, also Bachelor und Master. Die Studienform eignet sich besonders für Berufstätige und Menschen mit Familie.
Neben Studiengängen gibt es Fernlehrgänge, die mit einem Zertifikat oder einer Kammerprüfung enden. Nach § 12 Fernunterrichtsschutzgesetz gilt: „Fernlehrgänge bedürfen der Zulassung.“ Zuständig ist die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU).
Schritt 1: Studiengang wählen und einschreiben
Zuerst vergleichen Sie Studiengänge, Kosten und Zulassungsvoraussetzungen. Für einen Bachelor brauchen Sie meist Abitur oder Fachhochschulreife. Viele Hochschulen lassen auch beruflich Qualifizierte ohne Abitur zu, etwa mit Meister- oder Fachwirtabschluss.
Die Einschreibung läuft in der Regel online. Private Fernhochschulen bieten oft mehrere Starttermine im Jahr oder einen flexiblen Studienbeginn. Staatliche Hochschulen arbeiten dagegen meist mit festen Semestern und Bewerbungsfristen. Bei privaten Anbietern schließen Sie einen Studienvertrag ab, dessen Kündigungsfristen Sie vorab prüfen sollten.
Schritt 2: Studienmaterial und Online-Campus
Nach der Einschreibung erhalten Sie Zugang zum Online-Campus. Dort finden Sie:
- Studienbriefe oder Skripte als PDF, bei vielen Anbietern gegen Aufpreis auch gedruckt
- Lernvideos, Podcasts und Übungsaufgaben
- Live-Webinare und aufgezeichnete Vorlesungen
- Foren und Chats für den Austausch mit Mitstudierenden
- Kontakt zu Tutoren und Studienberatung
Das Studium ist in Module gegliedert. Jedes Modul schließt mit einer Prüfungsleistung ab und bringt eine festgelegte Zahl an ECTS-Punkten.
Schritt 3: Lernen im eigenen Tempo
Wann und wo Sie lernen, entscheiden Sie selbst. Manche lernen jeden Abend eine Stunde, andere am Wochenende. Wichtig ist ein fester Plan, denn ohne Präsenztermine fehlt der äußere Takt.
Zur Orientierung beim Zeitaufwand hilft die Rechengröße der Kultusministerkonferenz: Ein ECTS-Punkt entspricht laut KMK-Musterrechtsverordnung einem Arbeitsaufwand von „25 bis höchstens 30 Zeitstunden“. Ein Bachelor mit 180 ECTS umfasst damit rund 4.500 bis 5.400 Stunden. Wer in Teilzeit studiert, verteilt diesen Aufwand auf mehr Semester und plant meist 15 bis 20 Stunden pro Woche ein.
Während der Module bearbeiten Sie Einsendeaufgaben, Fallstudien oder Hausarbeiten. Tutoren korrigieren sie und geben Rückmeldung, sodass Sie Ihren Lernstand prüfen können.
Schritt 4: Prüfungen ablegen
Am Ende eines Moduls steht eine Prüfung. Typische Formen sind:
- Klausuren in Prüfungszentren der Hochschule
- Online-Klausuren mit Kamera-Aufsicht
- Hausarbeiten, Projektarbeiten und Fallstudien
- Präsentationen und mündliche Prüfungen, oft per Videokonferenz
Klausuren können Sie bei vielen Anbietern an mehreren Terminen im Jahr ablegen. Welche Formen es gibt, regelt die Prüfungsordnung Ihres Studiengangs.
Gibt es Präsenzphasen?
Das hängt vom Studiengang ab. Viele Fernstudiengänge kommen ganz ohne Anwesenheit aus. Andere haben Präsenzseminare, Laborpraktika oder Wochenendworkshops, vor allem in Technik, Gesundheit und Pädagogik. Pflichttermine stehen in der Studien- und Prüfungsordnung. Prüfen Sie diese vor der Einschreibung, wenn Sie nicht reisen können.
Abschlussarbeit und Abschluss
Zum Ende schreiben Sie eine Bachelor- oder Masterarbeit, oft mit einem Thema aus Ihrem Berufsalltag. Bei manchen Studiengängen folgt ein Kolloquium, in dem Sie die Arbeit verteidigen. Danach erhalten Sie Zeugnis und Urkunde. Der Abschluss einer staatlich anerkannten Hochschule ist einem Präsenzabschluss gleichwertig.
Ist jedes Fach als Fernstudium möglich?
Nein. Fächer mit hohem Praxis- oder Laboranteil wie Medizin, Zahnmedizin oder Pharmazie gibt es nicht als Fernstudium. Gut vertreten sind Wirtschaft, Informatik, Psychologie, Soziale Arbeit, Pädagogik und Ingenieurwissenschaften.
Kann ich ein Fernstudium testen?
Viele private Fernhochschulen bieten eine kostenlose Testphase von mehreren Wochen an, in der Sie Material und Online-Campus ausprobieren und ohne Kosten zurücktreten können. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter. Fordern Sie vorab Infomaterial an und vergleichen Sie Testzeitraum, Kündigungsfristen und Prüfungsorte.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie läuft ein Fernstudium ab?
Sie schreiben sich ein, lernen mit Studienbriefen und Online-Campus im eigenen Tempo, legen nach jedem Modul eine Prüfung ab und schließen mit einer Abschlussarbeit ab.
Wie viele Stunden pro Woche brauche ich für ein Fernstudium?
Ein ECTS-Punkt entspricht 25 bis 30 Arbeitsstunden. Im Teilzeit-Fernstudium planen viele 15 bis 20 Stunden pro Woche ein.
Muss ich im Fernstudium zur Hochschule fahren?
Viele Studiengänge sind ohne Präsenz möglich. Für Klausuren in Prüfungszentren oder Pflichtseminare kann aber Anreise nötig sein.
Wann kann ich ein Fernstudium beginnen?
Private Fernhochschulen bieten oft mehrere Starttermine im Jahr. Staatliche Hochschulen haben meist feste Semester.
Ist ein Fernstudium gleichwertig mit einem Präsenzstudium?
Ja, wenn die Hochschule staatlich anerkannt ist. Der Abschluss ist dann gleichwertig.
Kostenloses Infomaterial anfordern
Diese Fernhochschulen senden Ihnen kostenloses Infomaterial zu Studienablauf, Testphase und Kosten:

