Fernstudium Zeitaufwand: Stunden pro Woche, Planung & Tipps

 Autorin: Natascha Petrow | Gutachter: Sven Schmidt | Mitwirkender: Marcel Söder | Redakteurin: Petra Klein


Der Zeitaufwand im Fernstudium lässt sich ziemlich genau berechnen: Ein ECTS-Punkt steht für 25 bis 30 Stunden Arbeit. Ein Bachelor mit 180 ECTS bedeutet damit 4.500 bis 5.400 Stunden Lernzeit. Verteilt auf vier Jahre sind das rund 25 bis 30 Stunden pro Woche, auf fünf bis sechs Jahre etwa 16 bis 23 Stunden. Wie viel Zeit Sie tatsächlich brauchen, hängt von Vorwissen, Studiengang und Zeitmodell ab.

Ratschläge und Strategien für effektives Zeitmanagement im Fernstudium.

Wie viel Zeit sollten Sie für ein Fernstudium einplanen?

Grundlage ist das ECTS-System. Die Ländergemeinsamen Strukturvorgaben der KMK setzen für einen Leistungspunkt eine „Arbeitsbelastung (work load) des Studierenden im Präsenz- und Selbststudium“ von 25 bis maximal 30 Stunden an. In der Regel werden pro Studienjahr 60 Leistungspunkte vergeben, im Vollzeitstudium also 750 bis 900 Stunden pro Semester.

Dieser Workload umfasst alles: Studienbriefe lesen, Online-Vorlesungen, Einsendeaufgaben, Prüfungsvorbereitung, Klausuren, Hausarbeiten und die Abschlussarbeit. Die Hochschulen planen ihre Teilzeitmodelle auf derselben Grundlage, sie strecken nur die Zeit.

Fernstudium Zeitaufwand pro Woche: Rechenbeispiele

Die folgende Tabelle rechnet den Workload auf Wochenstunden um. Grundlage sind 25 bis 30 Stunden pro ECTS und 46 Lernwochen pro Jahr (eigene Rechnung).

StudiumGesamtaufwandDauerStunden pro Woche
Bachelor 180 ECTS4.500 bis 5.400 Std.3 Jahre (Vollzeit)etwa 33 bis 39
Bachelor 180 ECTS4.500 bis 5.400 Std.4 Jahreetwa 24 bis 29
Bachelor 180 ECTS4.500 bis 5.400 Std.5 Jahreetwa 20 bis 23
Bachelor 180 ECTS4.500 bis 5.400 Std.6 Jahreetwa 16 bis 20
Master 120 ECTS3.000 bis 3.600 Std.3 Jahreetwa 22 bis 26
Master 60 ECTS1.500 bis 1.800 Std.2 Jahreetwa 16 bis 20

Neben einem Vollzeitjob sind 15 bis 20 Stunden pro Woche für viele realistisch. Daraus folgt: Für einen Bachelor mit 180 ECTS sollten Berufstätige eher fünf bis sechs Jahre einplanen als drei oder vier.

Hochschul Tipp & Fernhochschulen-Vergleich

Diese Fernhochschulen bieten flexible Zeitmodelle in Bachelor und Master:

Fernstudium oder Präsenzstudium: Wo ist der Zeitaufwand größer?

Der Workload ist gleich, denn beide Studienformen vergeben ECTS nach denselben Regeln. Unterschiedlich ist die Verteilung: Im Präsenzstudium sind feste Vorlesungszeiten und Wege eingeplant, im Fernstudium fallen Fahrzeiten weg, dafür müssen Sie sich mehr Stoff selbst erarbeiten. Wer im Selbststudium wenig Erfahrung hat, braucht anfangs oft mehr Zeit als angegeben.

Individuellen Zeitaufwand abschätzen

Stellen Sie vor der Einschreibung eine ehrliche Wochenbilanz auf:

  • Wie viele Stunden arbeiten Sie einschließlich Fahrzeit?
  • Welche festen Termine haben Sie durch Familie, Pflege oder Ehrenamt?
  • An welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten können Sie regelmäßig lernen?
  • Wie viel Vorwissen bringen Sie mit, und lassen sich Leistungen anrechnen?

Ziehen Sie von der verbleibenden Zeit einen Puffer für Krankheit, Urlaub und Prüfungsphasen ab. Erst dann wählen Sie das Zeitmodell. Viele Fernhochschulen bieten eine Probezeit, in der Sie kostenlos kündigen können. Nutzen Sie sie, um Ihre Schätzung zu prüfen.

Was den Zeitaufwand beeinflusst

  • Studienfach: Mathematiklastige Fächer wie Informatik oder Ingenieurwissenschaften kosten viele Studierende mehr Zeit als angesetzt
  • Vorwissen: Eine passende Ausbildung oder Berufserfahrung verkürzt die Einarbeitung, angerechnete Module sparen ganze Prüfungen
  • Prüfungsformen: Hausarbeiten und Projektarbeiten sind planbarer als Klausuren mit festen Terminen
  • Präsenzphasen: Seminare vor Ort kosten zusätzlich Reisezeit
  • Lernmethode: Regelmäßiges Lernen ist effizienter als Lernen kurz vor der Prüfung

Zeitmanagement im Fernstudium: Tipps

  • Feste Lernzeiten im Kalender eintragen und wie einen Termin behandeln
  • Lieber täglich eine Stunde als einmal pro Woche sieben Stunden lernen
  • Ein Modul nach dem anderen abschließen, statt viele parallel zu beginnen
  • Prüfungstermine früh festlegen, denn ein Termin schafft Verbindlichkeit
  • Wartezeiten und Pendelzeiten für Karteikarten, Podcasts oder Skripte nutzen
  • Lerngruppen und Sprechstunden der Tutoren nutzen, um bei Problemen nicht stecken zu bleiben
  • Erholung einplanen, damit das Studium über Jahre durchzuhalten ist

Was tun, wenn die Zeit nicht reicht?

Fast alle Fernhochschulen erlauben, die Betreuungszeit zu verlängern, oft einige Semester kostenlos. Manche bieten den Wechsel in ein langsameres Zeitmodell oder eine Pause an. Klären Sie früh mit der Studienberatung, welche Möglichkeiten es gibt, bevor Fristen oder Gebühren greifen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Reichen 10 Stunden pro Woche für ein Fernstudium?

Für einen Bachelor mit 180 ECTS würden 10 Stunden pro Woche rechnerisch etwa zehn Jahre bedeuten. Für kurze Zertifikatskurse oder Weiterbildungen reichen 10 Stunden dagegen oft aus.

Wie viele Stunden pro Woche brauche ich neben einem Vollzeitjob?

Die meisten Teilzeitmodelle setzen etwa 15 bis 25 Stunden pro Woche an. Je geringer Ihr Budget an Zeit, desto länger sollte das gewählte Zeitmodell sein.

Ist der Zeitaufwand im Master geringer als im Bachelor?

Pro ECTS nicht, aber ein Master umfasst mit 60 bis 120 ECTS weniger Punkte. Dafür sind die Inhalte anspruchsvoller.

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Natascha Petrow

Natascha Petrow

Autorin

Natascha Petrow, erfahrene Lehrerin und Expertin für digitale Bildung, leitet Fernstudium Informaterial. Mit umfassendem Wissen aus ihrer langjährigen pädagogischen Tätigkeit und inspiriert durch die Herausforderungen der Corona-Krise, widmet sie sich der Aufklärung über Fernstudien und Online-Lernen. Ihre fundierten Einblicke und praktischen Tipps bieten wertvolle Orientierung für alle, die effektive und qualitativ hochwertige Fernkurse suchen.