Ein Fernstudium lässt sich auf zwei Wegen verkürzen: durch Anrechnung von Leistungen, die Sie schon erbracht haben, etwa aus einer Ausbildung, einem Meister, Techniker, Fachwirt oder einem früheren Studium, oder durch ein schnelleres Zeitmodell mit mehr Modulen pro Semester. Außerhalb der Hochschule erworbene Kenntnisse dürfen dabei höchstens die Hälfte des Studiums ersetzen. Ob die Gebühren sinken, hängt vom Abrechnungsmodell der Hochschule ab.


Wie kann man ein Fernstudium verkürzen?
Es gibt drei Hebel:
- Anrechnung früherer Studienleistungen, etwa nach einem Hochschulwechsel oder Studienabbruch
- Anrechnung beruflicher Qualifikationen wie Ausbildung, Meister, Techniker oder Fachwirt
- Wahl eines kürzeren Zeitmodells oder Belegen zusätzlicher Module pro Semester
Viele Fernhochschulen bieten für denselben Bachelor mehrere Zeitmodelle an, zum Beispiel 36, 48 oder 72 Monate. Ein Wechsel zwischen den Modellen ist oft auch während des Studiums möglich.
Regelstudienzeit bei Fernstudien
Ein Bachelor umfasst mindestens 180 ECTS-Punkte, ein Master meist 60 bis 120. Ein ECTS-Punkt steht für 25 bis 30 Stunden Arbeitsaufwand. In Vollzeit sind das 30 ECTS-Punkte pro Semester, also sechs Semester für einen Bachelor mit 180 Punkten. Berufsbegleitende Zeitmodelle strecken dieselbe Punktzahl auf acht oder mehr Semester.
Wer verkürzen will, muss die gleichen Leistungen in weniger Zeit erbringen oder einen Teil davon anrechnen lassen. Rechnen Sie bei einem Vollzeitmodell mit rund 40 Stunden Lernzeit pro Woche.
Hochschul Tipp & Fernhochschulen-Vergleich
Diese Fernhochschulen haben die Redaktion überzeugt:
Anrechnung von Ausbildung, Meister, Techniker und Fachwirt
Nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz können Kenntnisse und Fähigkeiten, die außerhalb der Hochschule erworben wurden, auf ein Studium angerechnet werden, wenn sie nach Inhalt und Niveau gleichwertig sind. Laut KMK-Beschluss zur Anrechnung außerhalb des Hochschulwesens erworbener Kenntnisse dürfen sie „höchstens 50 % eines Hochschulstudiums ersetzen“.
In der Praxis rechnen Fernhochschulen an:
- Techniker und Meister: oft Module aus Technik, Betriebswirtschaft und Führung, wenn der Studiengang fachlich passt
- Fachwirt und Betriebswirt (IHK): kaufmännische und betriebswirtschaftliche Grundlagenmodule
- Abgeschlossene Ausbildung: einzelne Module, etwa im Pflege-, Gesundheits- oder kaufmännischen Bereich
- Berufserfahrung: teils über Praxisprojekte oder ein Praxissemester
Wie viele ECTS-Punkte angerechnet werden, entscheidet die Hochschule im Einzelfall oder über pauschale Anrechnungsregeln für bestimmte Abschlüsse. Fragen Sie vor der Einschreibung nach einer verbindlichen Anrechnungsprüfung.
Fernstudium per Antrag verkürzen
Die Anrechnung beantragen Sie meist direkt bei der Einschreibung oder in den ersten Semestern. Sie reichen Zeugnisse, Modulbeschreibungen oder Lehrpläne ein, die Hochschule vergleicht Inhalte und Umfang. Viele Hochschulen setzen Fristen, nach deren Ablauf keine Anrechnung mehr möglich ist.
Für den Wechsel in ein kürzeres Zeitmodell reicht oft ein formloser Antrag bei der Studienverwaltung. Klären Sie vorher, wie sich Prüfungstermine und Gebühren ändern.
Was kostet eine Verkürzung?
Ob Sie sparen, hängt vom Gebührenmodell ab:
- Monatliche Raten über die Laufzeit: Ein kürzeres Zeitmodell hat höhere Raten, ist insgesamt aber oft etwas günstiger.
- Gebühren pro Modul oder ECTS-Punkt: Angerechnete Module müssen Sie meist nicht bezahlen.
- Pauschale für das ganze Studium: Eine Verkürzung spart dann oft nichts, manche Hochschulen gewähren aber Nachlässe bei Anrechnung.
Wird das Studium vom Arbeitgeber oder über eine Förderung bezahlt, sprechen Sie die Verkürzung vorher ab, denn Förderzeiträume und Rückzahlungsklauseln können sich ändern.
Lohnt sich eine Verkürzung?
Eine Verkürzung spart Zeit und oft Geld, erhöht aber die Belastung. Neben einem Vollzeitjob ist ein Vollzeitmodell kaum zu schaffen. Anrechnung ist der entspanntere Weg, weil Sie Inhalte nicht doppelt lernen. Prüfen Sie aber, ob Ihnen Grundlagen fehlen, wenn Module wegfallen, die später vorausgesetzt werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel kann ich mir anrechnen lassen?
Außerhalb der Hochschule erworbene Kenntnisse höchstens 50 Prozent des Studiums. Leistungen aus einem früheren Studium können darüber hinaus anerkannt werden, wenn keine wesentlichen Unterschiede bestehen.
Kann ich ein Fernstudium nachträglich verkürzen?
Ja, oft durch einen Wechsel in ein kürzeres Zeitmodell oder durch zusätzliche Prüfungen. Anrechnungen sind meist nur innerhalb bestimmter Fristen möglich.
Wird mein Abschluss durch eine Verkürzung weniger wert?
Nein. Abschluss und akademischer Grad sind identisch, egal wie lange Sie studiert haben.
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