Techniker Fernstudium 2026: Voraussetzungen, Dauer & Kosten

 Autorin: Natascha Petrow | Gutachter: Sven Schmidt | Mitwirkender: Marcel Söder | Redakteurin: Petra Klein


Ein Techniker-Fernstudium ist ein berufsbegleitender Fernlehrgang, der auf die staatliche Prüfung zum Staatlich geprüften Techniker oder zur Staatlich geprüften Technikerin vorbereitet. Der Abschluss ist eine landesrechtlich geregelte Weiterbildung an einer Fachschule für Technik und im Deutschen Qualifikationsrahmen dem Niveau 6 zugeordnet.

Die Ausbildung umfasst mindestens 2.400 Unterrichtsstunden; berufsbegleitende Fernlehrgänge dauern laut Anbieter meist 42 Monate. Zugelassen wird, wer eine einschlägige Berufsausbildung und Berufserfahrung mitbringt. Die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren fördert das Aufstiegs-BAföG mit bis zu 15.000 Euro, davon 50 Prozent als Zuschuss.

Wegweiser für technische Fernstudiengänge und Weiterbildungen für Techniker.

Kann man den Techniker per Fernstudium machen?

Ja. Der Techniker ist allerdings kein Studium an einer Hochschule, sondern ein Fachschulabschluss nach Landesrecht. Die Rahmenvereinbarung über Fachschulen der Kultusministerkonferenz regelt den bundesweiten Rahmen: Wer die Prüfung besteht, erhält ein Abschlusszeugnis und darf die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Techniker und Staatlich geprüfte Technikerin“ führen. Die Länder können den Zusatz „Bachelor Professional in Technik“ vorsehen; ein Hochschulgrad ist das nicht.

Fernlehrgänge sind ausdrücklich vorgesehen. Die Rahmenvereinbarung bestimmt, dass die Vorbereitung durch Fernlehrgänge, die von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) zugelassen sind, bei der Prüfung berücksichtigt werden soll. Die Fernschule bereitet vor; die staatliche Abschlussprüfung legen Teilnehmer an einer Fachschule ab oder nach Zulassung als Nichtschüler durch die Schulaufsichtsbehörde des Landes. Bei der Fernakademie finden die Pflichtseminare zum Beispiel beim Kooperationspartner Campe Bildungszentrum in Hannover statt.

Die Länder erkennen nach der Rahmenvereinbarung erteilte Abschlüsse gegenseitig an. Ein in Niedersachsen erworbener Techniker gilt damit auch in Bayern oder Nordrhein-Westfalen.

Welche Fachrichtungen gibt es im Fernstudium?

Die Fernschulen bieten vor allem technische Kernfachrichtungen an. Laut Anbieter sind das unter anderem:

  • Elektrotechnik, teils mit Schwerpunkt Energie- und Automatisierungstechnik oder Informations- und Kommunikationstechnik
  • Maschinentechnik beziehungsweise Maschinenbautechnik
  • Mechatronik
  • Bautechnik mit den Schwerpunkten Hochbau oder Tiefbau
  • Chemietechnik
  • Holztechnik sowie Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, etwa beim DAA-Technikum

Voraussetzungen für ein Techniker-Fernstudium

Die Aufnahme in die Fachschule für Technik erfordert nach der Rahmenvereinbarung mindestens eine der beiden folgenden Kombinationen:

  • einen einschlägigen anerkannten Ausbildungsberuf, eine entsprechende Berufstätigkeit von bis zu einem Jahr nach näheren Bestimmungen der Länder und den Abschluss der Berufsschule
  • den Abschluss der Berufsschule oder einen gleichwertigen Bildungsstand und eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren

Die Länder legen fest, welche Ausbildungsberufe für eine Fachrichtung als einschlägig gelten. Die Berufstätigkeit kann während der Fachschulausbildung abgeleistet werden. Fernschulen nennen deshalb teils eigene Teilnahmevoraussetzungen: Die Fernakademie verlangt für den Techniker Elektrotechnik einen Berufsschulabschluss und eine fachlich geeignete Berufsausbildung oder alternativ Berufsschulabschluss, Sekundarabschluss I und dreieinhalb Jahre fachlich geeignete Berufspraxis.

Technisch reichen ein aktueller Laptop oder PC mit Internetzugang; die Fernakademie nennt Windows 10 als Mindestanforderung und stellt CAD-, Schaltungs- und SPS-Simulationssoftware zur Verfügung.

Anbieter-Übersicht: Fernschulen im Vergleich

Die Übersicht zeigt die Partner-Fernschulen von Fernstudium Infomaterial:

Techniker-Fernlehrgänge im Vergleich

Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Präsenzanteil und Preismodell. Die Angaben stammen aus den Lehrgangsbeschreibungen der Anbieter.

AnbieterFachrichtungen (Auswahl)Dauer laut AnbieterPräsenz und Online-UnterrichtKosten laut Anbieter
FernakademieElektrotechnik, Maschinentechnik, Mechatronik, Chemie, Bautechnik (Hoch- und Tiefbau)42 Monate bei ca. 15 Std./Woche, plus 24 Monate kostenlose Verlängerung2 Webinare und 3 Fachseminare à 6 Tage, Teilnahme PflichtPreis auf Anfrage
SGDElektrotechnik, Maschinentechnik, Mechatronik, Chemietechnik, Bautechnik (Hoch- und Tiefbau, bald buchbar)laut Infomateriallaut InfomaterialPreis auf Anfrage
DAA-TechnikumMaschinenbau, Elektrotechnik, Bautechnik, Holztechnik, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik3½ Jahre (7 Semester), Start im April und OktoberOnline- oder Samstagsunterricht in den Grundlagenfächern der Semester 1 bis 3, danach mehrtägige Seminare184 Euro pro Monat (Beginn Oktober 2026), staatliche Prüfung einmalig 400 Euro

Beim DAA-Technikum ergeben sich rechnerisch rund 7.700 Euro Lehrgangsgebühren für 42 Monate, zuzüglich 400 Euro für die staatliche Technikerprüfung und 65 Euro je lehrgangsbegleitender Prüfung. Zum Lehrgangsbeginn April 2027 plant der Anbieter eine Erhöhung auf 198 Euro pro Monat.

Kosten: Wie teuer ist ein Techniker-Fernstudium?

Die Kosten setzen sich aus Lehrgangsgebühren, Prüfungsgebühren und Nebenkosten zusammen. Zu den Nebenkosten zählen Anreise und Übernachtung für Präsenzseminare, Fachliteratur, Tabellenbuch und Taschenrechner sowie ein eigener Laptop, den die Fernakademie ausdrücklich nicht in der Studiengebühr einschließt.

Aufstiegs-BAföG für den Techniker

Das Aufstiegs-BAföG fördert die Vorbereitung auf mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse, ausdrücklich auch den Techniker. Nach den Förderregeln des Aufstiegs-BAföG gilt:

  • Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden einkommens- und vermögensunabhängig bis maximal 15.000 Euro gefördert.
  • 50 Prozent der Förderung sind ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt wird; für den Rest bietet die KfW ein zinsgünstiges Darlehen an.
  • Bei bestandener Prüfung werden auf Antrag 50 Prozent des noch nicht fällig gewordenen Darlehens für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erlassen.
  • Einen Beitrag zum Lebensunterhalt gibt es nur bei Vollzeitmaßnahmen, nicht bei berufsbegleitenden Fernlehrgängen.

Fernlehrgänge werden als Teilzeitmaßnahme gefördert, wenn sie die Voraussetzungen des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) und des Fernunterrichtsschutzgesetzes erfüllen. Teilzeitmaßnahmen müssen im Monatsdurchschnitt mindestens 18 Unterrichtsstunden umfassen und dürfen insgesamt nicht länger als vier Jahre dauern; reine Selbstlernphasen sind nicht förderfähig. Wer Zuschuss und Darlehenserlass voll nutzt, trägt rechnerisch nur noch ein Viertel der geförderten Gebühren selbst.

Wie lange dauert ein Techniker-Fernstudium?

Ein Techniker-Fernstudium dauert berufsbegleitend laut Anbieter 42 Monate, also dreieinhalb Jahre. Grundlage ist der Umfang von mindestens 2.400 Unterrichtsstunden aus der Rahmenvereinbarung: 400 bis 600 Stunden im fachrichtungsübergreifenden und 1.800 bis 2.000 Stunden im fachrichtungsbezogenen Lernbereich.

Die Fernakademie rechnet mit etwa 15 Stunden Lernzeit pro Woche und bietet eine kostenlose Verlängerung um 24 Monate. Das DAA-Technikum ermöglicht bei guten Vorkenntnissen eine Verkürzung, allerdings mit einer begrenzten Zahl von Plätzen. Wer Aufstiegs-BAföG nutzt, muss die Höchstdauer von vier Jahren für Teilzeitmaßnahmen im Blick behalten.

Wie läuft die staatliche Technikerprüfung ab?

Die Prüfung setzt sich aus Leistungen im Lehrgangsverlauf und einer Abschlussprüfung zusammen. Bei der Fernakademie fließen Klausuren und Fachaufgaben aus dem Fernunterricht direkt in das staatliche Technikerzeugnis ein; eine Projektarbeit mit Präsentation ist wesentlicher Bestandteil der Abschlussprüfung. Das DAA-Technikum legt Prüfungen jeweils am Ende eines Fachs im Lehrgangsverlauf ab und schließt mit einem Abschlussprojekt.

Was kann man mit einem Techniker-Abschluss machen?

Die Rahmenvereinbarung beschreibt das Ziel der Ausbildung: Fachkräfte für technisch-naturwissenschaftliche Problemstellungen, für Führungsaufgaben im betrieblichen Management auf der mittleren Führungsebene und für die unternehmerische Selbstständigkeit zu qualifizieren.

Im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) steht der Staatlich geprüfte Techniker auf Niveau 6, auf derselben Stufe wie der Meister und der Bachelor. Das Einkommen hängt von Fachrichtung, Branche, Region und Führungsverantwortung ab. Eine betriebswirtschaftliche Aufstiegsfortbildung nach dem Techniker ist zum Beispiel der Abschluss Technischer Betriebswirt (IHK).

Studieren mit dem Techniker

Der Techniker öffnet den Weg an die Hochschule. Nach dem KMK-Beschluss zum Hochschulzugang für beruflich qualifizierte Bewerber erhalten Inhaber von Abschlüssen von Fachschulen entsprechend der Rahmenvereinbarung eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. Zusätzlich kann während der Fachschule die Fachhochschulreife erworben werden. Die Fernakademie gibt an, dass sich Absolventen ihres Techniker-Lehrgangs bis zu 12 Credits auf ein Studium an der Europäischen Fernhochschule Hamburg anrechnen lassen können.

Techniker-Fernstudium ohne Abitur: Ist das möglich?

Ja. Abitur oder Fachhochschulreife sind für die Fachschule für Technik nicht erforderlich. Entscheidend sind Berufsschulabschluss, einschlägige Berufsausbildung und Berufstätigkeit. Ohne passende Ausbildung führt der Weg über mindestens 5 Jahre einschlägige Berufstätigkeit und einen Berufsschulabschluss oder gleichwertigen Bildungsstand.

Für wen eignet sich ein Techniker-Fernstudium?

  • Ein Techniker-Fernstudium passt zu Fachkräften mit technischer Ausbildung, wenn sie neben dem Beruf rund 15 Stunden pro Woche über dreieinhalb Jahre aufbringen können.
  • Es passt zu Berufstätigen, die ihr Gehalt während der Weiterbildung behalten wollen, denn bei einer Vollzeit-Fachschule bleibt als Einkommen meist nur der Unterhaltsbeitrag des Aufstiegs-BAföG von höchstens 1.019 Euro im Monat für Alleinstehende.
  • Es passt weniger, wenn die Pflichtseminare nicht mit dem Arbeitgeber oder dem Urlaub abgestimmt werden können; bei der Fernakademie sind das drei Seminare à 6 Tage.
  • Es passt weniger, wenn jemand einen akademischen Grad anstrebt; dafür ist ein Bachelor-Fernstudium an einer Hochschule der direkte Weg, auf den der Techniker später aufbauen kann.

Vor der Anmeldung lohnt der Abgleich von Fachrichtung, Seminarorten, Gesamtkosten und Förderfähigkeit im Infomaterial. Die Fernakademie und die SGD bieten laut Anbieter eine kostenlose Testphase von 4 Wochen an.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist der Techniker ein IHK-Abschluss?

Nein. Der Staatlich geprüfte Techniker ist ein Fachschulabschluss nach Landesrecht, der an einer Fachschule oder als Nichtschülerprüfung vor der Schulaufsicht des Landes abgelegt wird. IHK-Abschlüsse im technischen Bereich sind zum Beispiel der Industriemeister oder der Technische Betriebswirt.

Kann man den Techniker in 2 Jahren machen?

Berufsbegleitend im Fernlehrgang in der Regel nicht: Die Anbieter planen laut Lehrgangsbeschreibung 42 Monate, weil mindestens 2.400 Unterrichtsstunden vorgeschrieben sind. Kürzere Laufzeiten bieten Fachschulen in Vollzeitform; die genaue Dauer regelt das jeweilige Land.

Wie viel zahlt das Aufstiegs-BAföG für den Techniker?

Gefördert werden Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis 15.000 Euro. Die Hälfte ist ein Zuschuss; bei bestandener Prüfung wird auf Antrag die Hälfte des noch nicht fälligen Darlehens erlassen.

Ist der Techniker im Fernstudium gleichwertig mit dem Vollzeit-Techniker?

Ja. Beide führen zur selben staatlichen Prüfung und zur Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Techniker“; der Unterschied liegt in der Lernform und der Dauer.

Kostenloses Infomaterial anfordern:

Das Infomaterial der Fernschulen enthält Lehrplan, Seminartermine, Gesamtkosten und Hinweise zur Förderung. Mit einem Klick auf die folgenden Anbieter lassen sich die kostenlosen Unterlagen anfordern:

Natascha Petrow

Natascha Petrow

Autorin

Natascha Petrow, erfahrene Lehrerin und Expertin für digitale Bildung, leitet Fernstudium Informaterial. Mit umfassendem Wissen aus ihrer langjährigen pädagogischen Tätigkeit und inspiriert durch die Herausforderungen der Corona-Krise, widmet sie sich der Aufklärung über Fernstudien und Online-Lernen. Ihre fundierten Einblicke und praktischen Tipps bieten wertvolle Orientierung für alle, die effektive und qualitativ hochwertige Fernkurse suchen.