Psychologischer Berater im Fernstudium ist ein Fernlehrgang mit Zertifikat des Anbieters, kein Hochschulstudium. Die Lehrgänge dauern 12 bis 15 Monate bei rund 8 bis 10 Stunden pro Woche und kosten laut ZFU-Eintrag rund 1.900 bis 2.300 Euro. Die Berufsbezeichnung Psychologischer Berater ist nicht geschützt, Psychotherapie und die Behandlung psychischer Krankheiten sind mit dem Zertifikat aber nicht erlaubt.
Psychologische Berater begleiten Menschen ohne Krankheitswert bei Lebensfragen, Konflikten in Beruf und Partnerschaft, Stress oder beruflicher Neuorientierung. Die Fernlehrgänge vermitteln dafür Grundlagen der Psychologie, Gesprächsführung, Beratungs- und Coachingmethoden sowie die Abgrenzung zu psychischen Störungen.


Was darf ein Psychologischer Berater?
Ein Psychologischer Berater berät gesunde Menschen bei persönlichen und beruflichen Anliegen. Die Behandlung psychischer Erkrankungen ist Heilkunde und erlaubnispflichtig. Nach § 1 Abs. 1 Heilpraktikergesetz gilt: „Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, ausüben will, bedarf dazu der Erlaubnis.“ Ein Psychologischer Berater muss deshalb erkennen, wann ein Anliegen Krankheitswert hat, und an Ärzte oder Psychotherapeuten verweisen.
Die Berufsbezeichnung Psychotherapeut ist nach dem Psychotherapeutengesetz approbierten Therapeuten vorbehalten, als Psychologen bezeichnen sich Absolventen eines Psychologiestudiums. Psychologischer Berater, Personal Coach oder Lebensberater darf sich dagegen jeder nennen. Ein Fernlehrgang mit staatlicher Zulassung belegt, dass die Ausbildung geprüft ist.
Welche Fernlehrgänge zum Psychologischen Berater gibt es?
Mehrere Fernschulen bieten den Lehrgang Psychologischer Berater an, häufig kombiniert mit Personal Coach. Unsere Empfehlung für die Ausbildung zum Psychologischen Berater ist das BTB Bildungswerk für therapeutische Berufe, weil es auf therapeutische und beratende Berufe spezialisiert ist und den Lehrgang mit Praxisseminaren abschließt.
| Lehrgang | Dauer | Kosten | Abschluss | Teilnahmevoraussetzungen |
|---|---|---|---|---|
| BTB: Psychologische/r Berater/in, Personal Coach | 12 Monate | 2.280 Euro (12 Raten à 190 Euro) | institutsinterne Prüfung, Zertifikat | Mindestalter 25, mittlerer Bildungsabschluss, Berufsausbildung, 1 Jahr Berufserfahrung |
| Laudius: Psychologische*r Berater*in, Personal Coach | 13 Monate bei 10 Std./Woche | 1.937 Euro (13 Raten à 149 Euro) | institutsinterne Prüfung, Zertifikat | Mindestalter 23, mittlerer Schulabschluss, 3 Jahre Berufserfahrung |
| ILS: Psychologische/r Berater/in, Personal Coach | 15 Monate bei 8 Std./Woche | Preis auf Anfrage | ILS-Abschlusszertifikat | Freude am Umgang mit Menschen |
Die Kosten und Voraussetzungen von BTB und Laudius stammen aus den ZFU-Einträgen der Lehrgänge. Laut ZFU-Eintrag des BTB-Lehrgangs umfasst er 413 Stunden Selbstlernen. Der Laudius-Lehrgang setzt laut ZFU-Eintrag für die Prüfung die „Teilnahme an einem kostenpflichtigen 3-tägigen Praxisseminar“ voraus, das mit einem supervidierten Coachinggespräch endet.
Welche Inhalte hat die Ausbildung?
Die Lehrgänge beginnen mit Grundlagen der Psychologie und der Abgrenzung der Beratung von Psychotherapie. Danach folgen Kommunikation und Gesprächsführung, der Ablauf eines Beratungsprozesses, Coaching-Techniken, Konfliktmanagement und Mediation sowie Beratungsthemen wie Work-Life-Balance, Familie und Partnerschaft. Der BTB-Lehrgang behandelt außerdem psychische, psychiatrische und neurologische Störungsmuster, damit Berater Krankheitszeichen erkennen, und den Weg in die Selbstständigkeit.
Die Praxis üben die Teilnehmer in Online- oder Präsenzseminaren und mit Probeklienten. Beim BTB erhalten Teilnehmer ohne Praxisseminare nur ein Zeugnis über die theoretischen Grundlagen statt des Abschlusszertifikats. Laudius verbindet 27 Lernhefte mit 4 Online-Seminaren und einem Präsenzseminar.
Welche Voraussetzungen gelten?
Für den Fernlehrgang gelten die Teilnahmevoraussetzungen des Anbieters, ein Abitur ist nicht nötig. Laudius verlangt ein Mindestalter von 23 Jahren, einen mittleren Schulabschluss und mindestens 3 Jahre Berufserfahrung, das BTB ein Mindestalter von 25 Jahren, einen mittleren Bildungsabschluss, eine Berufsausbildung und ein Jahr Berufserfahrung. Wer selbst in psychotherapeutischer Behandlung ist, braucht beim BTB und beim ILS eine Bestätigung des behandelnden Therapeuten.
Wer Menschen mit psychischen Erkrankungen begleiten will, braucht statt des Beraterzertifikats eine Heilerlaubnis. Für Nichtmediziner führt der Weg über die Überprüfung beim Gesundheitsamt als Heilpraktiker für Psychotherapie, der eine Behandlung psychischer Störungen erlaubt.
Was kostet die Ausbildung zum Psychologischen Berater?
Ein Fernlehrgang Psychologischer Berater kostet rund 1.900 bis 2.300 Euro. Laudius nennt 13 Raten à 149 Euro, also 1.937 Euro, mit digitalen Unterlagen etwas weniger. Der BTB-Lehrgang kostet laut ZFU 2.280 Euro in 12 Raten à 190 Euro. Bei Laudius kommt das kostenpflichtige Praxisseminar hinzu, außerdem fallen Fahrt- und Übernachtungskosten für Präsenzseminare an.
Die Lehrgangskosten sind als Werbungskosten oder Betriebsausgaben steuerlich absetzbar, wenn die Ausbildung beruflich genutzt wird. Das BTB bietet zusätzlich eine nach AZAV zertifizierte Variante des Lehrgangs an, die sich für eine Förderung durch die Agentur für Arbeit eignet.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Regelstudienzeit liegt bei 12 Monaten beim BTB, 13 Monaten bei Laudius und 15 Monaten beim ILS. Der wöchentliche Aufwand beträgt rund 8 bis 10 Stunden. Alle drei Anbieter erlauben eine kostenlose Verlängerung: das ILS um 9 Monate, Laudius um bis zu 36 Monate, das BTB mit individuellen Absprachen und bis zu 6 Monaten Pause.
Was verdient ein Psychologischer Berater?
Psychologische Berater arbeiten überwiegend selbstständig in eigener Praxis, online oder als Honorarkräfte für Bildungsträger und Unternehmen. Das Einkommen hängt vom Stundensatz und der Zahl der Klienten ab, nicht von einem Tarif. Viele Absolventen nutzen die Ausbildung als Zusatzqualifikation im bestehenden Beruf, etwa in Personalwesen, Pflege, Pädagogik oder Führung.
Feste Stellen mit der Bezeichnung Psychologischer Berater sind selten. Beratungsstellen von Kommunen und Wohlfahrtsverbänden stellen meist Sozialpädagogen oder Psychologen mit Hochschulabschluss ein.
Für wen passt der Fernlehrgang?
Der Fernlehrgang passt für Berufstätige, die Gespräche mit Mitarbeitern, Kunden oder Klienten professioneller führen wollen, und für Menschen, die sich mit Lebens- oder Karriereberatung selbstständig machen wollen. Die Bewerber sollten Berufs- und Lebenserfahrung mitbringen, weil die Anbieter ein Mindestalter von 23 oder 25 Jahren verlangen.
Der Fernlehrgang passt nicht, wenn Sie als Psychologe oder Psychotherapeut arbeiten wollen. Dafür ist ein Hochschulstudium der Psychologie mit Approbation oder die Heilerlaubnis als Heilpraktiker für Psychotherapie nötig.
Häufige Fragen zum Psychologischen Berater
Ist Psychologischer Berater ein anerkannter Beruf?
Psychologischer Berater ist kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf und die Bezeichnung ist nicht geschützt. Die Fernlehrgänge sind von der ZFU zugelassen und enden mit einer institutsinternen Prüfung.
Was darf ein Psychologischer Berater nicht?
Ein Psychologischer Berater darf keine psychischen Krankheiten diagnostizieren oder behandeln. Dafür braucht er eine Approbation oder eine Heilerlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Psychologischen Berater?
Die Fernlehrgänge dauern 12 bis 15 Monate bei 8 bis 10 Stunden pro Woche.
Was kostet die Ausbildung zum Psychologischen Berater?
Laut ZFU kostet der Laudius-Lehrgang 1.937 Euro und der BTB-Lehrgang 2.280 Euro, dazu kommen eventuell Kosten für Praxisseminare.
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