Ein Fernstudium zur pädagogischen Fachkraft ist in den meisten Fällen ein kurzer Fernlehrgang für Quereinsteiger: Sie haben bereits einen Berufs- oder Hochschulabschluss und möchten mit einer Zusatzqualifizierung in Kita, Krippe oder Ganztagsbetreuung arbeiten. Hier erfahren Sie, was hinter dem Begriff steckt, welche Lehrgänge es gibt, was sie kosten und wann stattdessen die Erzieher-Ausbildung der richtige Weg ist.


Was ist eine pädagogische Fachkraft?
„Pädagogische Fachkraft“ ist kein eigener Ausbildungsberuf, sondern eine Einstufung im Kita-Recht. Welche Abschlüsse als Fachkraft zählen, legt jedes Bundesland selbst fest, meist in einem Fachkräftekatalog oder einer Personalverordnung. Staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher, Kindheitspädagogen und Sozialpädagogen gehören überall dazu.
Andere Berufsgruppen können in einigen Bundesländern ebenfalls als pädagogische Fachkraft eingesetzt werden, wenn sie eine zusätzliche pädagogische Qualifizierung nachweisen. Genau dafür sind die Fernlehrgänge „Pädagogische Fachkraft“ gedacht.
Für wen eignet sich der Fernlehrgang?
Die Lehrgänge richten sich an Quereinsteiger mit einem fachfremden Abschluss, zum Beispiel aus Therapie, Pflege, Musik oder einem Hochschulstudium ohne Pädagogik. Ob Ihr Abschluss zusammen mit der Qualifizierung anerkannt wird, entscheidet die zuständige Behörde Ihres Bundeslandes. Klären Sie das vor der Anmeldung mit der Kita-Aufsicht oder dem künftigen Arbeitgeber.
Wer noch keinen Berufsabschluss hat oder bundesweit flexibel arbeiten möchte, ist mit einer vollwertigen Ausbildung besser beraten.
Beispiel: Fernlehrgang Pädagogische Fachkraft beim ILS
Der bekannteste Lehrgang ist die „Pädagogische Fachkraft“ des ILS. Laut ZFU-Zulassung Nr. 7519625 gelten diese Eckdaten:
| Merkmal | Pädagogische Fachkraft (ILS) |
|---|---|
| Dauer | 4 Monate, rund 8,5 Stunden Selbstlernen pro Woche |
| Umfang | 170 Stunden, davon 146 Stunden Selbstlernen |
| Präsenzanteile | Grundlagenseminar und Kinderschutzseminar |
| Kosten | 1.596 €, zahlbar in 4 Raten à 399 € |
| Abschluss | Institutsinternes Zertifikat |
| Zulassungsvoraussetzungen | Keine für den Lehrgang, es gelten die Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes |
Laut ZFU erfüllt der Lehrgang die „160- h-Qualifizierung gemäß PersVO NRW“. Der Anbieter bewirbt ihn außerdem für die Hamburger Positivliste. Weitere Anbieter haben spezialisierte Lehrgänge im Programm, etwa für Inklusionspädagogik oder Schulsozialarbeit. Vergleichen Sie Inhalte und Anerkennung immer im Infomaterial.
Voraussetzungen für die Qualifizierung
Für den Lehrgang selbst brauchen Sie meist keine besonderen Vorkenntnisse. Entscheidend sind die Vorgaben Ihres Bundeslandes für den späteren Einsatz: In der Regel wird ein anerkannter Berufs- oder Hochschulabschluss erwartet, dazu kommen oft ein erweitertes Führungszeugnis und praktische Erfahrung in einer Einrichtung.
Technisch genügen ein PC mit Internetzugang und eine Kamera für die Online-Seminare.
Kosten und Förderung
Die ILS-Qualifizierung kostet laut ZFU 1.596 €, externe Prüfungsgebühren fallen nicht an. Planen Sie zusätzlich Fahrtkosten für die Seminare ein, falls diese vor Ort stattfinden.
Eine Förderung über Arbeitgeber oder Arbeitsagentur ist im Einzelfall möglich. Fragen Sie vorab nach, ob die Einrichtung, die Sie einstellen möchte, die Kosten übernimmt.
Wie lässt sich ein Fernstudium zur Pädagogischen Fachkraft mit dem Beruf vereinbaren?
Mit rund 8,5 Wochenstunden über vier Monate lässt sich die Qualifizierung gut neben einer Teilzeit- oder Vollzeitstelle schaffen. Die Seminare finden zu festen Terminen statt, planen Sie dafür einzelne Tage frei ein. Viele Teilnehmende arbeiten bereits als Ergänzungskraft in einer Kita und setzen das Gelernte direkt im Alltag um.
Wer dauerhaft in der Frühpädagogik bleiben möchte, sollte auch die Erzieher-Ausbildung im Fernstudium prüfen. Sie dauert länger, führt aber zu einem bundesweit anerkannten Abschluss.
Inhalte des Lehrgangs
Laut ZFU-Eintrag behandelt der ILS-Lehrgang unter anderem:
- Grundlagen der Entwicklungspsychologie
- Grundlagen zur Pädagogik der Kindheit
- Kinderschutz: rechtliche und fachliche Grundlagen
- Landesspezifische und rechtliche Inhalte
Pädagogische Fachkraft, Erzieher oder Studium?
| Weg | Abschluss | Typische Dauer |
|---|---|---|
| Fernlehrgang Pädagogische Fachkraft | Zertifikat, Anerkennung nur zusammen mit einem anerkannten Grundberuf und je nach Bundesland | einige Monate |
| Erzieher-Ausbildung | Staatlich anerkannte/r Erzieher/in | mehrere Jahre, berufsbegleitend länger |
| Bachelor Kindheitspädagogik oder Soziale Arbeit | Akademischer Grad (B.A.) | in der Regel 6 bis 8 Semester |
Der Fernlehrgang ist der schnellste Weg, setzt aber einen passenden Grundberuf voraus. Wer neu einsteigt oder Leitungsaufgaben anstrebt, braucht eine Ausbildung oder ein Studium.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist „pädagogische Fachkraft“ ein geschützter Abschluss?
Nein. Der Begriff beschreibt, wer in einer Einrichtung als Fachkraft zählt. Welche Abschlüsse dazu gehören, regelt jedes Bundesland selbst.
Kann ich ohne Ausbildung pädagogische Fachkraft werden?
In der Regel nicht. Die Fernlehrgänge ergänzen einen vorhandenen Berufs- oder Hochschulabschluss. Ohne Abschluss führt der Weg über eine Ausbildung, etwa zur Erzieherin oder zum Erzieher.
Wird das Zertifikat in jedem Bundesland anerkannt?
Nicht automatisch. Die Anerkennung hängt von den Regeln des Landes und Ihrem Grundberuf ab. Fragen Sie vor der Buchung bei der zuständigen Behörde oder dem Träger nach.
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