Notfallsanitäter werden Sie nicht im Fernstudium, sondern nur über eine staatlich geregelte Ausbildung. Sie dauert nach dem Notfallsanitätergesetz in Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit höchstens fünf Jahre, und endet mit einer staatlichen Prüfung. Während der Ausbildung erhalten Sie eine Vergütung. Ein Fernstudium kommt danach ins Spiel: Mit einem berufsbegleitenden Studium im Rettungswesen, in der Notfallversorgung oder im Gesundheitsmanagement bilden sich ausgebildete Notfallsanitäter weiter.


Kann man Notfallsanitäter im Fernstudium werden?
Nein. Die Berufsbezeichnung ist geschützt: Laut § 1 Notfallsanitätergesetz (NotSanG) gilt: „Wer die Berufsbezeichnung „Notfallsanitäterin“ oder „Notfallsanitäter“ führen will, bedarf der Erlaubnis.“ Diese Erlaubnis gibt es nur nach der gesetzlich geregelten Ausbildung mit staatlicher Prüfung.
Die Ausbildung besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht an einer staatlich anerkannten Schule und einer praktischen Ausbildung an einer genehmigten Lehrrettungswache und in geeigneten Krankenhäusern. So steht es in § 5 NotSanG. Einsätze im Rettungswagen, Klinikpraktika und praktische Prüfungen lassen sich nicht aus der Ferne erledigen. Online-Kurse können deshalb nur einzelne Lerninhalte begleiten, ersetzen die Ausbildung aber nicht.
Voraussetzungen für die Ausbildung
Nach § 8 NotSanG brauchen Sie:
- die gesundheitliche Eignung für den Beruf
- den mittleren Schulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung
- alternativ einen Hauptschulabschluss plus eine abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren
Ein Abitur ist also nicht nötig. Nur wenn ein Land die Ausbildung als Modellvorhaben an einer Hochschule anbietet, ist die Hochschulzugangsberechtigung Voraussetzung. Rettungsdienste und Schulen verlangen meist zusätzlich einen Führerschein, oft für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen, und einen Eignungstest.
Ablauf, Dauer und Vergütung
Die Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre. Sie wechseln zwischen Unterricht an der Rettungsdienstschule, Praxis auf der Lehrrettungswache und Einsätzen in Krankenhausbereichen wie Notaufnahme, Anästhesie und Intensivstation. Am Ende steht die staatliche Prüfung mit schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil.
Ein Schulgeld zahlen Sie in der Regel nicht. Laut § 15 NotSanG muss der Ausbildungsträger „eine angemessene Ausbildungsvergütung“ zahlen. Die genaue Höhe hängt vom Tarifvertrag des Trägers ab, etwa beim öffentlichen Dienst oder bei Hilfsorganisationen.
Wer berufsbegleitend in die Gesundheitsbranche einsteigen oder sich nach der Ausbildung weiterbilden möchte, findet bei diesen Anbietern passende Fernkurse und Studiengänge:
Was lernen Notfallsanitäter?
Die Ausbildung soll Sie befähigen, Notfallpatienten eigenverantwortlich zu versorgen und im Team mit Notärzten zu arbeiten. Zu den Inhalten gehören:
- Lage am Einsatzort erfassen und Gefahren abwehren
- Gesundheitszustand beurteilen und vitale Bedrohungen erkennen
- medizinische Erstversorgung, Reanimation und Traumaversorgung
- Medikamentengabe und invasive Maßnahmen nach ärztlicher Vorgabe
- Kommunikation mit Patienten, Angehörigen und Kliniken
- Hygiene, Recht, Dokumentation und Qualitätsmanagement im Rettungsdienst
Fernstudium nach der Ausbildung
Für ausgebildete Notfallsanitäter ist ein Fernstudium der übliche Weg, um aufzusteigen, ohne den Dienst aufzugeben. In Frage kommen berufsbegleitende Bachelorstudiengänge im Rettungswesen, in der Notfallversorgung, im Gesundheits- und Sozialmanagement oder in der Medizinpädagogik. Damit qualifizieren Sie sich etwa für die Leitung einer Rettungswache, für Aufgaben in der Rettungsdienstschule als Lehrkraft oder für das Qualitätsmanagement.
Ohne Abitur ist ein Studium oft trotzdem möglich. Nach dem KMK-Beschluss zum Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte öffnet eine abgeschlossene Berufsausbildung mit mehrjähriger Berufserfahrung den fachgebundenen Hochschulzugang. Die genauen Regeln legen die Länder und Hochschulen fest.
Beruf und Gehalt
Notfallsanitäter arbeiten bei Rettungsdiensten der Kommunen und Hilfsorganisationen, bei der Berufsfeuerwehr, in Kliniken oder bei privaten Rettungsdiensten. Das Gehalt richtet sich meist nach einem Tarifvertrag. Schicht- und Nachtdienste sowie Zuschläge prägen den Arbeitsalltag und das Einkommen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann man die Notfallsanitäter Ausbildung online machen?
Nein. Theorie und Praxis finden an einer staatlich anerkannten Schule, auf der Lehrrettungswache und im Krankenhaus statt. Online-Lernplattformen ergänzen den Unterricht höchstens.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Notfallsanitäter?
Drei Jahre in Vollzeit, in Teilzeit höchstens fünf Jahre.
Kann man Notfallsanitäter berufsbegleitend werden?
Nur über die Teilzeitform der Ausbildung, wenn ein Träger sie anbietet. Ein reines Fernstudium führt nicht zur Berufserlaubnis.
Braucht man Abitur für die Ausbildung?
Nein. Der mittlere Schulabschluss genügt, alternativ ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener zweijähriger Berufsausbildung.
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