Mediation ist ein Verfahren, in dem eine neutrale Person Konfliktparteien hilft, selbst eine Einigung zu finden. Mediator können Sie berufsbegleitend in einer Ausbildung mit Zertifikat werden oder akademisch in einem weiterbildenden Masterstudiengang. Die Bezeichnung Mediator ist frei, die Bezeichnung zertifizierter Mediator dagegen gesetzlich geregelt: Sie setzt einen Lehrgang von mindestens 130 Stunden und fünf supervidierte Mediationen voraus. Bis zu 40 Prozent der Stunden dürfen online stattfinden, ein reines Fernstudium ist für das Zertifikat also nicht möglich.


Was macht ein Mediator?
Laut § 1 Mediationsgesetz ist ein Mediator „eine unabhängige und neutrale Person ohne Entscheidungsbefugnis, die die Parteien durch die Mediation führt“. Mediatoren arbeiten bei Trennungen und Scheidungen, bei Erbstreitigkeiten, Nachbarschaftskonflikten, Konflikten im Unternehmen und im Team, zwischen Geschäftspartnern sowie in Schule und Verwaltung. Viele üben die Mediation neben ihrem Hauptberuf aus, etwa als Anwalt, Psychologe, Sozialpädagoge, Führungskraft oder Personaler.
Welche Wege in die Mediation gibt es?
- Ausbildung zum Mediator: Lehrgänge mit Zertifikat des Anbieters, oft in Wochenendblöcken mit Online-Phasen.
- Ausbildung zum zertifizierten Mediator: Lehrgang nach der Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung mit mindestens 130 Stunden plus fünf supervidierten Fällen.
- Master in Mediation: Weiterbildende Masterstudiengänge, auch im Fernstudium, für Bewerber mit erstem Hochschulabschluss und Berufserfahrung.
- Grundkurse: Kurze Kurse in Konfliktmanagement und Gesprächsführung für Führungskräfte, die keine vollständige Mediationsausbildung brauchen.
Anbieter im Vergleich
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Zertifizierter Mediator: Das schreibt das Gesetz vor
Nach § 5 Mediationsgesetz soll eine geeignete Ausbildung Grundlagen und Ablauf der Mediation, Verhandlungs- und Kommunikationstechniken, Konfliktkompetenz, das Recht der Mediation sowie praktische Übungen, Rollenspiele und Supervision vermitteln. Die Details regelt die Ausbildungsverordnung. Laut § 2 der Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung gilt: „Der Umfang des Ausbildungslehrgangs beträgt mindestens 130 Präsenzzeitstunden.“ Bis zu vierzig Prozent davon dürfen virtuell stattfinden, wenn persönliche Interaktion möglich ist. Die fünf supervidierten Mediationen müssen spätestens drei Jahre nach dem Lehrgang abgeschlossen sein. Eine Prüfung durch eine Behörde oder Kammer gibt es nicht, die Ausbildungseinrichtung stellt die Bescheinigung aus.
Voraussetzungen
Für Ausbildungen mit Anbieterzertifikat brauchen Sie in der Regel keinen bestimmten Abschluss. Hilfreich sind Berufserfahrung, Interesse an Kommunikation und die Fähigkeit, in Konflikten neutral zu bleiben. Für einen Master in Mediation brauchen Sie einen ersten Hochschulabschluss und meist mindestens ein Jahr Berufserfahrung. Wer Mediation im Familienrecht oder Wirtschaftsrecht anbieten möchte, profitiert von einem passenden Grundberuf.
Inhalte
- Ablauf und Phasen der Mediation
- Kommunikations-, Frage- und Verhandlungstechniken
- Konflikttheorie und Konfliktanalyse
- Recht der Mediation und Rolle des Rechts in der Mediation
- Persönliche Kompetenz, Haltung und Rollenverständnis
- Anwendungsfelder wie Familie, Wirtschaft, Arbeitswelt und öffentlicher Bereich
- Rollenspiele, Fallarbeit und Supervision
Dauer und Kosten
Eine Ausbildung zum zertifizierten Mediator dauert mit Wochenendblöcken meist neun Monate bis eineinhalb Jahre, dazu kommen die Supervisionen. Weiterbildende Masterstudiengänge dauern berufsbegleitend meist drei bis vier Semester. Die Gebühren unterscheiden sich stark: Grundkurse kosten wenige hundert Euro, vollständige Ausbildungen einige tausend Euro, ein Master mehr. Supervision, Reisekosten und Fachliteratur kommen oft hinzu. Die genauen Preise nennen die Anbieter im Infomaterial.
Berufsaussichten
Feste Stellen als Mediator sind selten. Die meisten Mediatoren arbeiten selbstständig oder nutzen die Ausbildung in ihrem Beruf, etwa in der Personalabteilung, als Führungskraft, in der Jugendhilfe oder in der Anwaltskanzlei. Das Einkommen hängt von Honorarsätzen, Auftragslage und Spezialisierung ab.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist Mediator ein geschützter Beruf?
Nein. Geschützt ist nur die Bezeichnung zertifizierter Mediator, die eine Ausbildung nach der Verordnung voraussetzt.
Kann man die Mediationsausbildung komplett online machen?
Für den zertifizierten Mediator nicht. Höchstens 40 Prozent der Lehrgangsstunden dürfen virtuell stattfinden.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Mediator?
Meist neun Monate bis eineinhalb Jahre, ein weiterbildender Master drei bis vier Semester.
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