Master ohne Bachelor im Fernstudium: Eignungsprüfung

 Autorin: Natascha Petrow | Gutachter: Sven Schmidt | Mitwirkender: Marcel Söder | Redakteurin: Petra Klein


Ein Master ohne Bachelor im Fernstudium ist in Deutschland möglich, aber nur in bestimmten Bundesländern und nur für weiterbildende Masterstudiengänge. In Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland können beruflich Qualifizierte nach einer Eignungsprüfung zugelassen werden. Voraussetzung sind in der Regel eine Hochschulzugangsberechtigung oder Berufsausbildung, mehrjährige einschlägige Berufserfahrung und der Nachweis, dass Ihr Wissen einem ersten Hochschulabschluss entspricht.

Wegweiser für das Erreichen eines Masterstudiums ohne Bachelorabschluss durch Fernstudium.

Geht ein Master ohne Bachelor?

Grundsätzlich setzt ein Master einen ersten Hochschulabschluss voraus. Das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg formuliert es so: „Ein Masterstudium setzt einen Hochschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss voraus“. So ist es auch in Nordrhein-Westfalen und den meisten anderen Ländern. Dort führt der Weg ohne Abitur über die berufliche Qualifikation zunächst nur in ein Bachelorstudium.

Ausnahmen gibt es für weiterbildende Masterstudiengänge, also Master für Berufstätige, die Berufserfahrung voraussetzen und meist berufsbegleitend oder als Fernstudium angeboten werden. Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland erlauben hier eine Zulassung ohne ersten Hochschulabschluss.

Voraussetzungen nach Bundesland

Laut dem Fernstudienverbund zfh gelten diese Regeln:

  • Rheinland-Pfalz: schulische oder berufliche Hochschulzugangsberechtigung, danach mindestens drei Jahre einschlägige Berufstätigkeit. Mit Meister, Techniker oder Fachwirt auf DQR-Niveau 6 genügt ein Jahr, mit einem Abschluss auf DQR-Niveau 7 wie dem Geprüften Betriebswirt ist keine weitere Berufspraxis nötig. Dazu kommt eine schriftliche und mündliche Eignungsprüfung.
  • Hessen: Hochschulzugangsberechtigung, abgeschlossene Berufsausbildung und mehrjährige Berufserfahrung mit fachlichem Bezug zum Studium. Die Eignungsprüfung muss einen Kenntnisstand nachweisen, der einem einschlägigen ersten Hochschulabschluss entspricht. Grundlage ist das Hessische Hochschulgesetz.
  • Saarland: ebenfalls Zulassung zu weiterbildenden Mastern über eine Eignungsprüfung möglich.

Ablauf und Inhalt der Eignungsprüfung legt jede Hochschule selbst fest. Typisch sind mehrere schriftliche Prüfungen in Fächern eines passenden Bachelors, eine Projektarbeit und ein Fachgespräch.

Welche Fernstudiengänge kommen infrage?

Im zfh-Verbund, dem Fernstudienverbund der Hochschulen in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland, ist die Zulassung über eine Eignungsprüfung laut zfh bei fast allen Master- und MBA-Fernstudiengängen möglich. Ausgenommen sind die konsekutiven Master Soziale Arbeit und Psychosoziale Beratung und Therapie sowie die Studiengänge Konstruktionsbionik und Management in der Weinwirtschaft.

Besonders häufig genutzt wird der Weg für MBA-Programme, Master in Betriebswirtschaft, Logistik, Wirtschaftsingenieurwesen, Sozialmanagement oder Technik. Wichtig: Konsekutive Master, die direkt auf einen Bachelor aufbauen, und Master, die zu einem reglementierten Beruf führen, etwa in Psychotherapie oder Lehramt, stehen auf diesem Weg nicht offen.

Ablauf der Eignungsprüfung

1. Studiengang auswählen und Zulassungsvoraussetzungen in der Prüfungsordnung prüfen. 2. Bei der Hochschule die Zulassung zur Eignungsprüfung beantragen, mit Zeugnissen und Nachweisen der Berufserfahrung. 3. Schriftliche Prüfungen, oft ergänzt durch Projektarbeit und mündliche Prüfung oder Fachgespräch, ablegen. 4. Mit dem Zeugnis über die bestandene Prüfung die Zulassung zum Master beantragen.

Für die Eignungsprüfung verlangen die Hochschulen meist eine eigene Gebühr. Planen Sie zusätzlich mehrere Monate Vorbereitung ein.

Alternativen zum Master ohne Bachelor

  • Bachelor ohne Abitur: Mit Meister, Techniker oder Fachwirt haben Sie bundesweit die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. Das regelt der KMK-Beschluss zum Hochschulzugang für beruflich qualifizierte Bewerber. Viele Fernhochschulen rechnen berufliche Fortbildungen auf den Bachelor an und verkürzen so die Studienzeit.
  • Hochschulzertifikate: Einzelne Module aus Masterstudiengängen lassen sich oft ohne Abschluss belegen und später anrechnen.
  • Master Professional: Abschlüsse wie Geprüfter Betriebswirt sind im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 7 eingeordnet, also auf der Stufe eines Masters, sind aber kein akademischer Grad.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann man einen Master ohne Bachelor machen?

Ja, in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland für weiterbildende Masterstudiengänge nach bestandener Eignungsprüfung.

Welche Berufserfahrung brauche ich?

In Rheinland-Pfalz laut zfh mindestens drei Jahre einschlägige Berufstätigkeit, mit Meister, Techniker oder Fachwirt ein Jahr. In Hessen eine Berufsausbildung und mehrjährige Berufserfahrung mit fachlichem Bezug.

Gilt das auch für einen MBA?

Ja, gerade MBA-Fernstudiengänge im zfh-Verbund sind über die Eignungsprüfung zugänglich.

Geht ein Master ohne Bachelor in NRW oder Baden-Württemberg?

In der Regel nicht, dort setzt ein Masterstudium einen ersten Hochschulabschluss voraus.

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Natascha Petrow

Natascha Petrow

Autorin

Natascha Petrow, erfahrene Lehrerin und Expertin für digitale Bildung, leitet Fernstudium Informaterial. Mit umfassendem Wissen aus ihrer langjährigen pädagogischen Tätigkeit und inspiriert durch die Herausforderungen der Corona-Krise, widmet sie sich der Aufklärung über Fernstudien und Online-Lernen. Ihre fundierten Einblicke und praktischen Tipps bieten wertvolle Orientierung für alle, die effektive und qualitativ hochwertige Fernkurse suchen.