Ein Lebensmittelchemie Fernstudium bietet in Deutschland derzeit keine Hochschule an. Lebensmittelchemie mit Laborpraktika und dem Weg zum staatlich geprüften Lebensmittelchemiker studieren Sie an Präsenzuniversitäten. Wer berufsbegleitend in die Lebensmittelbranche will, findet im Fernstudium verwandte Studiengänge: den Bachelor Lebensmittelmanagement und ‑technologie an der SRH Fernhochschule oder den Master Verfahrenstechnik mit Vertiefung Lebensmittelverfahrenstechnik an der Wilhelm Büchner Hochschule.
Warum gibt es Lebensmittelchemie nicht als Fernstudium?
Lebensmittelchemie ist ein laborintensives Fach. Analytik, Lebensmittelmikrobiologie und präparative Chemie lassen sich nur in Laboren lernen, und die Universitäten verlangen dafür lange Präsenzpraktika. Hinzu kommt der Abschluss: Wer als staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker in der amtlichen Lebensmittelüberwachung arbeiten will, braucht nach dem Studium eine berufspraktische Ausbildung und eine Staatsprüfung, die die Bundesländer regeln.
Die Fernstudiengänge in diesem Bereich setzen deshalb andere Schwerpunkte: Technologie, Qualitätsmanagement, Lebensmittelrecht und Management. Allgemeine Chemie mit Laborphasen lässt sich dagegen berufsbegleitend studieren, wie das Chemie Fernstudium für ausgebildete Laboranten zeigt.

Lebensmitteltechnologie im Fernstudium
Der Bachelor Lebensmittelmanagement und ‑technologie (B.Sc.) der SRH Fernhochschule, die auch als Mobile University auftritt, verbindet Naturwissenschaften, Lebensmitteltechnik und Betriebswirtschaft. Lebensmittelchemie und Lebensmittelanalytik sind ein eigenes Modul im vierten Semester. Sechs Laborphasen ergänzen das Selbststudium.
Für den Master gibt es an der Wilhelm Büchner Hochschule den Master Verfahrenstechnik (M.Eng.) mit der Vertiefung Lebensmittelverfahrenstechnik. Er richtet sich an Ingenieurinnen und Ingenieure, die Prozesse der Lebensmittelherstellung planen und optimieren wollen.
Voraussetzungen
Für den Bachelor an der SRH Fernhochschule brauchen Sie Abitur, fachgebundene Hochschulreife oder Fachhochschulreife. Ohne Abitur ist die Zulassung laut Hochschule über eine Aufstiegsfortbildung, ein Probestudium oder ein Jahr erfolgreiches Studium an einer deutschen Hochschule möglich. Einen NC gibt es nicht.
Der Master an der Wilhelm Büchner Hochschule setzt ein mindestens sechssemestriges Studium in Verfahrenstechnik oder einem verwandten Fach mit 180 ECTS voraus. Wer aus einem Bachelor mit 180 ECTS kommt, absolviert zuerst einen Vorkurs mit 30 Credits.
Fernhochschulen im Vergleich
Diese Fernhochschulen senden kostenloses Infomaterial zu ihren naturwissenschaftlichen und technischen Fernstudiengängen:
Studiengänge im Überblick
| Studiengang | Hochschule | Abschluss | Dauer | Kosten laut Anbieter |
|---|---|---|---|---|
| Lebensmittelmanagement und ‑technologie | SRH Fernhochschule | B.Sc., 180 ECTS | 6 Semester Regelstudienzeit | ab 228,17 Euro im Monat bei 72 Monatsraten |
| Verfahrenstechnik, Vertiefung Lebensmittelverfahrenstechnik | Wilhelm Büchner Hochschule | M.Eng., 90 CP | 18 Monate | Preis auf Anfrage |
Beide Studiengänge sind laut Hochschule akkreditiert. Die SRH Fernhochschule führt den Bachelor mit der ZFU-Zulassungsnummer 137709.
Was kostet das Studium?
Bei der SRH Fernhochschule hängt die Monatsrate davon ab, über wie viele Monate Sie zahlen. Laut Hochschule sind es 407,33 Euro bei 36 Monaten oder 228,17 Euro bei 72 Monaten. Die Regelstudienzeit beträgt in beiden Fällen 36 Monate, kostenlos verlängerbar um 36 Monate. Eine Ausbildung kann angerechnet werden: Techniker der Fachrichtung Lebensmitteltechnik bekommen laut Hochschule 36 Credits anerkannt.
Die Wilhelm Büchner Hochschule nennt ihre Gebühren erst nach Registrierung. Für jede angerechnete Leistung gibt es laut Hochschule eine Gutschrift.
Inhalte des Bachelors
Der Studienplan der SRH Fernhochschule umfasst unter anderem:
- Biologie und Mikrobiologie, Chemie, Physik und Mathematik
- Lebensmittelwarenkunde und Physiologie des Menschen
- Lebensmittelmikrobiologie, Lebensmittelrecht und Sensorik
- Lebensmittelchemie und Lebensmittelanalytik
- Verpackungstechnik, Qualitäts- und Risikomanagement
- Betriebswirtschaft, Marketing, Personal und Organisation
Im fünften Semester folgt ein Praxisprojekt, im sechsten die Bachelorarbeit.
Wie lange dauert das Fernstudium?
Der Bachelor hat eine Regelstudienzeit von sechs Semestern. Der Master dauert 18 Monate und lässt sich laut Hochschule kostenlos um neun Monate verlängern, dazu kommt bei 180 ECTS der Vorkurs. Studienstart ist an beiden Hochschulen laufend möglich.
Berufsaussichten
Absolventen des Bachelors arbeiten in der Lebensmittelindustrie, bei Zulieferern und im Lebensmitteleinzelhandel. Typische Aufgaben sind Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung, Produktentwicklung, Produktion und Technik sowie Einkauf und Vertrieb. Mit dem Master kommen Prozessentwicklung, Technologiemanagement und Forschung hinzu.
Für Aufgaben, die ausdrücklich staatlich geprüfte Lebensmittelchemiker verlangen, etwa als Gutachter in der amtlichen Lebensmittelüberwachung, reicht ein Fernstudium in Lebensmitteltechnologie nicht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann man Lebensmittelchemie im Fernstudium studieren?
Nein. Lebensmittelchemie bieten nur Präsenzuniversitäten an. Im Fernstudium gibt es verwandte Studiengänge wie Lebensmittelmanagement und ‑technologie.
Kann man Lebensmitteltechnologie ohne Abitur studieren?
Ja. Die SRH Fernhochschule lässt laut Hochschule über Aufstiegsfortbildung, Probestudium oder ein Jahr Studium an einer deutschen Hochschule zu.
Gibt es einen Master Lebensmittelchemie im Fernstudium?
Nein. Die Wilhelm Büchner Hochschule bietet aber den Master Verfahrenstechnik mit Vertiefung Lebensmittelverfahrenstechnik an.
Was kostet ein Fernstudium Lebensmitteltechnologie?
An der SRH Fernhochschule laut Hochschule ab 228,17 Euro im Monat bei 72 Monatsraten.
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