Der Geprüfte Immobilienfachwirt ist eine bundesweit geregelte Aufstiegsfortbildung, die mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) endet. Ein Fernstudium im Sinne eines Hochschulstudiums ist es nicht: Sie bereiten sich in einem Fernlehrgang mit Studienbriefen, Online-Unterricht und Prüfungstraining vor und legen die Prüfung anschließend bei der IHK ab. Der Lehrgang dauert berufsbegleitend meist 14 bis 24 Monate. Der Abschluss ist im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Stufe 6 eingeordnet, also auf derselben Stufe wie ein Bachelor.


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Voraussetzungen
Die Zulassung zur Prüfung regelt die Prüfungsverordnung Geprüfter Immobilienfachwirt. Zugelassen wird, wer eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt:
- Ausbildung in einem dreijährigen Ausbildungsberuf der Immobilienwirtschaft, etwa Immobilienkaufmann, und danach mindestens ein Jahr Berufspraxis
- Ausbildung in einem anderen dreijährigen kaufmännischen oder verwaltenden Beruf und danach mindestens zwei Jahre Berufspraxis
- Ausbildung in einem anderen Beruf und danach mindestens drei Jahre Berufspraxis
- Mindestens fünf Jahre Berufspraxis ohne Ausbildung
Die Berufspraxis muss wesentliche Bezüge zur Immobilienwirtschaft haben. Für den Fernlehrgang selbst verlangen die meisten Anbieter keine weiteren Nachweise, die Zulassung prüft erst die IHK.
Inhalte
- Rahmenbedingungen der Immobilienwirtschaft: Recht, Volkswirtschaft, Steuern
- Unternehmenssteuerung und Kontrolle, Rechnungswesen und Controlling
- Personal, Arbeitsorganisation und Qualifizierung
- Immobilienbewirtschaftung: Mietverwaltung und Wohnungseigentumsverwaltung
- Bauprojektmanagement und Projektentwicklung
- Marktorientierung und Vertrieb, Maklertätigkeit
- Finanzierung und Bewertung von Immobilien
Prüfung
Die IHK-Prüfung besteht aus einem schriftlichen Teil zu den Grundlagen und Handlungsbereichen sowie einem mündlichen Teil mit Präsentation und Fachgespräch. Die Termine legt die jeweilige IHK fest. Ein Lehrgang ist für die Zulassung nicht vorgeschrieben, die meisten Teilnehmer nutzen ihn aber zur Vorbereitung.
Dauer und Kosten
Fernlehrgänge dauern meist 14 bis 24 Monate, Präsenz- und Online-Live-Kurse teils kürzer. Die Lehrgangsgebühren liegen bei vielen Anbietern im mittleren vierstelligen Bereich. Hinzu kommen die Prüfungsgebühren der IHK, die sich je nach Kammer unterscheiden. Die Fortbildung ist mit dem Aufstiegs-BAföG förderfähig, das einen Teil der Lehrgangs- und Prüfungskosten als Zuschuss übernimmt. Die genauen Preise nennen die Anbieter im Infomaterial.
Was kann man mit einem Immobilienfachwirt Fernstudium machen?
Immobilienfachwirte übernehmen Fach- und Führungsaufgaben in Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen, Maklerbüros, Banken, Projektentwicklern und im Facility Management. Typische Positionen sind Teamleitung in der Mietverwaltung, WEG-Verwalter, Objektmanager oder Leiter eines Maklerbüros. Wer als Makler oder Verwalter selbstständig arbeiten will, braucht nach § 34c Gewerbeordnung zusätzlich eine Erlaubnis der zuständigen Behörde. Wer danach studieren möchte, kann mit einem Fernstudium Immobilienwirtschaft anschließen, viele Hochschulen rechnen Fachwirt-Leistungen an.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist der Immobilienfachwirt ein Studium?
Nein, es ist eine IHK-Aufstiegsfortbildung. Der Abschluss ist aber auf derselben Niveaustufe wie ein Bachelor eingeordnet und berechtigt zum Hochschulzugang.
Wie lange dauert der Immobilienfachwirt im Fernlehrgang?
Meist 14 bis 24 Monate berufsbegleitend.
Kann man den Immobilienfachwirt ohne Ausbildung machen?
Ja, mit mindestens fünf Jahren Berufspraxis mit Bezug zur Immobilienwirtschaft.
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