Fremdsprachenkorrespondent Fernstudium 2026: IHK & Kosten

 Autorin: Natascha Petrow | Gutachter: Sven Schmidt | Mitwirkender: Marcel Söder | Redakteurin: Petra Klein


Ein Fremdsprachenkorrespondent Fernstudium ist ein Fernlehrgang, der auf die IHK-Fortbildungsprüfung vorbereitet. Die Kurse dauern meist 15 Monate bei etwa zehn Stunden Lernzeit pro Woche und schließen mit einem Zeugnis des Anbieters ab; den anerkannten Abschluss vergibt erst die IHK nach bestandener Prüfung.

Wichtig vor der Anmeldung: Die bundesweite Prüfung zum Geprüften Fremdsprachenkorrespondenten wurde durch die Fortbildung Geprüfter Berufsspezialist bzw. Geprüfte Berufsspezialistin für fremdsprachige Kommunikation abgelöst. Für die Zulassung brauchen Sie in der Regel eine dreijährige kaufmännische, verwaltende oder dienstleistende Ausbildung oder mehrjährige Berufspraxis.

Eine junge Geschäftsfrau in Smart-Casual-Kleidung sitzt mit Kopfhörern an einem modernen Heimbüro-Schreibtisch vor ihrem Laptop, umgeben von Sprachlernbüchern und Wörterbüchern, während Sprachzertifikate an der sonnendurchfluteten Wand hängen.

Was macht ein Fremdsprachenkorrespondent?

Fremdsprachenkorrespondentinnen und Fremdsprachenkorrespondenten führen in Unternehmen die Kommunikation mit ausländischen Kunden, Lieferanten und Partnern. Typische Aufgaben sind:

  • Geschäftsbriefe, E-Mails, Angebote und Verträge in der Fremdsprache verfassen
  • wirtschaftsbezogene Texte übersetzen und zusammenfassen
  • Telefonate, Besprechungen und Messekontakte in der Fremdsprache führen
  • Termine, Reisen und Projekte mit internationalen Partnern organisieren
  • Kolleginnen und Kollegen in interkulturellen Fragen unterstützen

Gefragt sind sie im Export und Import, in der Logistik, im Tourismus, in Assistenz und Sekretariat sowie überall dort, wo Unternehmen international arbeiten. Mit Abstand am häufigsten wird Englisch gewählt.

Welcher Abschluss ist heute möglich?

Die alte Verordnung über die Prüfung zum Geprüften Fremdsprachenkorrespondenten ist außer Kraft. An ihre Stelle trat die Fremdsprachenkommunikation-Fortbildungsprüfungsverordnung. Mit ihr wird laut § 1 die „Ergänzung der beruflichen Handlungsfähigkeit auf der ersten beruflichen Fortbildungsstufe der höherqualifizierenden Berufsbildung“ nachgewiesen. Der Abschluss heißt Geprüfter Berufsspezialist bzw. Geprüfte Berufsspezialistin für fremdsprachige Kommunikation.

Viele Fernlehrgänge tragen noch den bekannten Namen Fremdsprachenkorrespondent (IHK). Fragen Sie vor Kursbeginn beim Anbieter und bei Ihrer IHK nach, auf welche Prüfung der Lehrgang vorbereitet. Prüfungsverfahren nach der alten Verordnung mussten laut § 18 der Übergangsvorschriften bis Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen werden, Wiederholungsprüfungen sind noch eine Weile möglich.

Daneben gibt es den Abschluss staatlich geprüfte Fremdsprachenkorrespondentin oder staatlich geprüfter Fremdsprachenkorrespondent an Berufsfachschulen. Diese Ausbildung findet in der Regel in Vollzeit vor Ort statt und ist kein Fernlehrgang.

Welche Fernlehrgänge gibt es im Vergleich?

Alle Angaben laut Anbieter, Gebühren können sich ändern:

LehrgangAbschlussDauer und AufwandKosten
Fremdsprachenkorrespondent/in (IHK) Englisch, ILSILS-Abschlusszeugnis, Vorbereitung auf die Kammerprüfung15 Monate bei ca. 10 Stunden pro Woche, 9 Monate kostenlose Verlängerung, Start jederzeitPreis auf Anfrage
Fremdsprachenkorrespondent/in Englisch (IHK), Fernakademie für ErwachsenenbildungVorbereitung auf die IHK-Prüfung, Sprachniveau C1 laut Anbieter15 Monate bei ca. 10 Stunden pro Woche, 9 Monate kostenlose Verlängerung, 4 Wochen kostenlos testenPreis auf Anfrage

Welche Voraussetzungen gelten für die IHK-Prüfung?

Für den Lehrgang selbst gibt es meist keine formalen Hürden, gute Englischkenntnisse auf mittlerem Niveau sollten Sie aber mitbringen. Entscheidend ist die Zulassung zur Kammerprüfung. Nach § 2 FremdSprKFPrV wird zugelassen, wer eine der folgenden Voraussetzungen nachweist:

  • eine Abschlussprüfung in einem anerkannten kaufmännischen, verwaltenden oder dienstleistenden Ausbildungsberuf mit drei Jahren Ausbildungsdauer
  • eine Abschlussprüfung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf und mindestens ein Jahr Berufspraxis danach
  • eine mindestens vierjährige Berufspraxis

Die Berufspraxis muss wesentliche Bezüge zu den Aufgaben der fremdsprachigen Kommunikation haben. Wer die Voraussetzungen nicht genau erfüllt, kann zugelassen werden, wenn er eine vergleichbare berufliche Handlungsfähigkeit glaubhaft macht. Lassen Sie Ihre Zulassung am besten schon vor Kursbeginn von der IHK prüfen.

Wie läuft die Prüfung ab?

Die Prüfung findet in der Fremdsprache statt, die Sie bei der Anmeldung angeben. Sie umfasst die Prüfungsbereiche mündliches Kommunizieren, schriftliches Kommunizieren, Organisieren und Koordinieren sowie Beraten und Unterstützen in interkulturellen Angelegenheiten. Geprüft wird schriftlich anhand betrieblicher Situationen, dazu kommen eine Präsentation mit Fachgespräch und eine Gesprächssimulation von höchstens 15 Minuten.

Im Fernlehrgang üben Sie dafür mit Studienheften, Audioübungen, Einsendeaufgaben und Sprechübungen, die Tutorinnen und Tutoren korrigieren. Der Lehrgang der Fernakademie zielt laut Anbieter auf das Sprachniveau C1.

Wie lange dauert es und was kostet es?

Die gängigen Fernlehrgänge dauern 15 Monate bei rund zehn Stunden pro Woche und lassen sich bei Bedarf kostenlos um neun Monate verlängern. Hinzu kommen die Prüfungsgebühren der IHK, die je nach Kammer unterschiedlich ausfallen.

Die Lehrgangsgebühren nennen die Anbieter im Infomaterial. Dient der Lehrgang Ihrem Beruf, können Sie die Kosten als Werbungskosten absetzen. Manche Arbeitgeber beteiligen sich, wenn sie Fremdsprachenkenntnisse im Team brauchen.

Was verdient man und wie geht es weiter?

Das Gehalt hängt von Branche, Region, Tarifbindung und Ihrer Ausgangsqualifikation ab. Mit dem Abschluss empfehlen Sie sich für Aufgaben in Assistenz, Vertrieb, Einkauf und Kundenservice mit internationalem Bezug.

Wer sich weiter qualifizieren möchte, kann eine zweite Fremdsprache ergänzen oder eine weitere Aufstiegsfortbildung anschließen. Für eine Tätigkeit als Übersetzer oder Dolmetscher sind eigene Prüfungen oder ein Studium der Übersetzungswissenschaft der übliche Weg.

Für wen eignet sich der Fernlehrgang?

Der Fernlehrgang passt zu Kaufleuten und Beschäftigten in Büro, Vertrieb und Logistik, die ihre Fremdsprachenkenntnisse mit einem anerkannten Abschluss belegen wollen. Er verlangt Selbstdisziplin, denn Sprechen und Hören müssen Sie neben den Studienheften gezielt üben.

Vergleichen Sie Dauer, Prüfungsvorbereitung und Gesamtkosten der Anbieter. Infomaterial können Sie kostenlos über die Übersicht anfordern.

Gibt es den Fremdsprachenkorrespondent IHK noch?

Die bundesweite Prüfung zum Geprüften Fremdsprachenkorrespondenten wurde abgelöst. Der neue Abschluss heißt Geprüfter Berufsspezialist für fremdsprachige Kommunikation. Viele Lehrgänge laufen weiter unter dem alten Namen.

Kann man Fremdsprachenkorrespondent ohne Ausbildung werden?

Ja, mit mindestens vier Jahren einschlägiger Berufspraxis oder wenn Sie eine vergleichbare berufliche Handlungsfähigkeit glaubhaft machen.

Wie lange dauert der Fernlehrgang?

Die gängigen Lehrgänge dauern 15 Monate bei rund zehn Stunden pro Woche, mit kostenloser Verlängerung um neun Monate.

Natascha Petrow

Natascha Petrow

Autorin

Natascha Petrow, erfahrene Lehrerin und Expertin für digitale Bildung, leitet Fernstudium Informaterial. Mit umfassendem Wissen aus ihrer langjährigen pädagogischen Tätigkeit und inspiriert durch die Herausforderungen der Corona-Krise, widmet sie sich der Aufklärung über Fernstudien und Online-Lernen. Ihre fundierten Einblicke und praktischen Tipps bieten wertvolle Orientierung für alle, die effektive und qualitativ hochwertige Fernkurse suchen.

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