Geprüfter Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen ist ein bundesweit anerkannter Fortbildungsabschluss, dessen Prüfung die Industrie- und Handelskammer (IHK) abnimmt. Der Abschluss qualifiziert für kaufmännische Leitungsaufgaben in Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen, Krankenkassen und sozialen Trägern. Im Fernlehrgang bereiten Sie sich in meist 12 bis 18 Monaten berufsbegleitend vor. Zugelassen wird in der Regel, wer eine Ausbildung im Gesundheits- oder Sozialwesen und mindestens ein Jahr Berufspraxis hat.


Was macht ein Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen?
Fachwirte im Gesundheits- und Sozialwesen planen und steuern betriebliche Abläufe, verantworten Budgets und Qualitätsmanagement, führen Mitarbeitende und betreuen Projekte. Typische Positionen sind Verwaltungsleitung oder Abteilungsleitung in Krankenhäusern und Pflegeheimen, Praxismanagement in größeren Arztpraxen und medizinischen Versorgungszentren sowie Sachgebietsleitung bei Krankenkassen und Wohlfahrtsverbänden. Der Abschluss verbindet Betriebswirtschaft mit dem Wissen über die Besonderheiten des Gesundheits- und Sozialsystems.
Kann man den Fachwirt im Fernstudium machen?
Ja. Mehrere Fernschulen und Akademien bieten Fernlehrgänge zur Vorbereitung auf die IHK-Prüfung an. Sie lernen mit Studienheften, Online-Lernplattform und meist begleitenden Online-Seminaren. Den Abschluss vergibt die IHK nach bestandener Prüfung, nicht der Lehrgangsanbieter. Die Prüfung legen Sie vor Ort bei Ihrer IHK ab. Achten Sie auf einen von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) zugelassenen Lehrgang.
Anbieter im Vergleich
Die folgenden Anbieter haben wir für Sie verglichen. Fordern Sie das kostenlose Infomaterial an, um Lehrplan, Dauer und Gebühren gegenüberzustellen:
Zulassungsvoraussetzungen
Die Zulassung zur Prüfung regelt § 2 der Prüfungsverordnung für Fachwirte im Gesundheits- und Sozialwesen. Zugelassen wird, wer eines davon nachweist:
- eine Ausbildung in einem kaufmännischen, verwaltenden, medizinischen oder handwerklichen Ausbildungsberuf des Gesundheits- und Sozialwesens und mindestens ein Jahr Berufspraxis, zum Beispiel als Kaufmann im Gesundheitswesen oder Medizinischer Fachangestellter
- eine Ausbildung in einem bundesrechtlich geregelten Gesundheitsberuf, etwa in der Pflege, oder einem dreijährigen landesrechtlich geregelten Beruf im Gesundheits- und Sozialwesen und mindestens ein Jahr Berufspraxis
- ein einschlägiges Hochschulstudium und mindestens zwei Jahre Berufspraxis
- eine sonstige kaufmännische, verwaltende oder hauswirtschaftliche Ausbildung und mindestens zwei Jahre Berufspraxis
- ohne Ausbildung „eine mindestens fünfjährige Berufspraxis“
Die Berufspraxis muss Bezug zu den Aufgaben eines Fachwirts haben, ehrenamtliche Tätigkeiten werden berücksichtigt. Mit dem Fernlehrgang können Sie meist schon beginnen, bevor die Praxiszeit vollständig erfüllt ist.
Prüfung und Inhalte
Die Prüfung ist schriftlich und mündlich. Sie bezieht sich auf sechs Handlungsbereiche:
- Planen, Steuern und Organisieren betrieblicher Prozesse
- Steuern von Qualitätsmanagementprozessen
- Gestalten von Schnittstellen und Projekten
- Steuern und Überwachen betriebswirtschaftlicher Prozesse und Ressourcen
- Führen und Entwickeln von Personal
- Planen und Durchführen von Marketingmaßnahmen
Der schriftliche Teil beruht auf einer betrieblichen Situationsbeschreibung mit zwei Aufgabenstellungen. Im mündlichen Teil halten Sie eine Präsentation zum Bereich Personalführung und einem weiteren Handlungsbereich, daran schließt ein Fachgespräch an.
Dauer und Kosten
Fernlehrgänge dauern je nach Anbieter und Lerntempo meist 12 bis 18 Monate, oft mit etwa 9 bis 11 Stunden Lernzeit pro Woche. Die Lehrgangsgebühren und die Prüfungsgebühr der IHK nennen die Anbieter im Infomaterial.
Als anerkannte Aufstiegsfortbildung ist der Fachwirt mit dem Aufstiegs-BAföG förderfähig. Laut Aufstiegs-BAföG werden Lehrgangs- und Prüfungsgebühren gefördert, „und zwar bis maximal 15.000 Euro. 50 Prozent der Förderung erhalten Sie als Zuschuss“.
Karriere und Weiterbildung
Mit dem Abschluss übernehmen Sie Leitungs- und Stabsaufgaben in der Verwaltung von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen. Das Gehalt hängt von Träger, Tarifbindung und Verantwortung ab. Nach dem KMK-Beschluss zum Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte erhalten Inhaber einer solchen Aufstiegsfortbildung die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. Darauf aufbauend bietet sich ein berufsbegleitender Bachelor in Gesundheitsmanagement oder Sozialmanagement an, auf den manche Hochschulen Leistungen aus der Fortbildung anrechnen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer nimmt die Prüfung ab?
Die Industrie- und Handelskammer (IHK). Der Fernlehrgang bereitet nur auf diese Prüfung vor.
Kann man den Fachwirt ohne Ausbildung machen?
Ja, mit mindestens fünf Jahren Berufspraxis mit Bezug zu den Aufgaben eines Fachwirts im Gesundheits- und Sozialwesen.
Wie lange dauert der Fernlehrgang?
Meist 12 bis 18 Monate bis zur Prüfung.
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